Trainees GPRA verabschiedet Mindeststandards für Traineeausbildung

Donnerstag, 10. Dezember 2015
GPRA-Chef Uwe A. Kohrs kämpft für gute Ausbildung
GPRA-Chef Uwe A. Kohrs kämpft für gute Ausbildung
Foto: GPRA

Im Februar waren die Praktikanten dran, jetzt die Trainees: Die Mitglieder der Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen (GPRA) haben sich auf Mindeststandards für die Ausbildung von Trainees geeinigt. Ziel ist es, transparente und gute Ausbildungsbedingungen bei den beteiligten Agenturen zu garantieren.
Ganz PR-Mannkommentiert GPRA-Präsident Uwe A Kohrs die Verabschiedung der Mindeststandards für Trainees als "einen weiteren, wichtigen Schritt in Sachen Qualitätssicherung in der Ausbildung. Dabei übernehmen die GPRA-Agenturen einmal mehr die Initiative, um für den Nachwuchs gute und verlässliche Ausbildungsbedingungen zu schaffen." Bereits im Februar hat der Kreis der HR-Experten des Branchenverbands Mindeststandards für Praktika erarbeitet, genau wie nun die für Traineeships. Bestandteile des Regelwerks sind Lerninhalte, Rahmenbedingungen und die Mindestvergütung der Trainees. "Das Arbeiten in Agenturen muss für junge Leute attraktiver werden, nur so werden wir auch in Zukunft gute Bewerber für uns gewinnen", sagt Birgit Krüger, Präsidiumsmitglied und Ausbildungsbeauftragte der GPRA. Mit den Mindeststandards setze der Verband ein Zeichen in der Branche, für ein positives Bild des Berufs in Agenturen insgesamt.

Tatsächlich können alle anderen Agenturen für solche Initiativen dankbar sein, da sie ein positives Element in der Debatte um das Image von Agenturen sind. Aktuell wird das negative Klischee des eitlen Kreativegos durch den Zwist um den Astra-GWA-Effie-Case mal wieder negativ aufgeladen. Welches Top-Talent soll sich angesichts dieses Bildes für einen Job in der Kommunikationsbranche entscheiden, wenn es sich stattdessen bei einem Start-up, einem Internetriesen oder E-Commerceanbieters verdingen kann?

Diese Fragen stellt sich offensichtlich auch die GPRA, die es nicht bei den Regelwerken für den Umgang mit Nachwuchskräften belässt, sondern zudem auch in Kooperationen mit Hochschulen für das Berufsfeld Agenturen wirbt. Dazu entwickelt der Verband derzeit Formate, um langfristig mit Kommunikationsstudenten an Hochschulen zusammenzuarbeiten und die verschiedenen Berufsbilder der Dienstleister vorzustellen.

Der Kollateralschaden für die Arbeitgeber der Branche ist im Zweifel groß, da Streitigkeiten wie die oben genannten durchaus das Potenzial haben, die Wahrnehmung von Agenturen beziehungsweise ihrer Unternehmenskultur zu dominieren. Initiativen wie die der GPRA und anderer Branchenverbände haben es ungleich schwerer, die gleiche Aufmerksamkeit zu gewinnen. Dabei tourt auch der Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) seit Jahren durch deutsche Hochschulen, um für die Zunft zu werben. Zudem hat der GWA mit dem Nachwuchswettbewerb Junior Agency ein festes Format etabliert, das Studententeams mit der Arbeit von Agenturen und ihren Auftraggebern vertraut macht - aktuell läuft die 27. Runde! Und auch beim ADC Kongress gibt es alljährlich einen Nachwuchstag, den das Team des Verbands aufwendig mit Sprechern und Programmpunkten wie dem Speed-Dating für talente und Agenturen bestückt.  ems
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