Thyssen-Krupp-Agentur Thjnk will mit Bobby & Carl in die Welt

Donnerstag, 30. März 2017
Kai Röffen (Bobby & Carl), Alexander Wilke (Thyssen-Krupp) und Michael Trautmann (Thjnk), v.l.
Kai Röffen (Bobby & Carl), Alexander Wilke (Thyssen-Krupp) und Michael Trautmann (Thjnk), v.l.
© Bobby & Carl

Noch ist es ein kleines Pflänzchen. Doch geht es nach Co-Gründer Michael Trautmann von Thjnk, soll die Agentur Bobby & Carl, die zusammen mit Thyssen-Krupp im Oktober 2016 gestartet wurde, ein internationaler Akteur werden - ähnlich wie die 2011 von Jaguar etablierte Agentur Spark 44, die inzwischen mit rund 1000 Mitarbeitern in 18 Ländern vertreten ist.
"Für uns ist das ein interessantes Vorbild", sagte Trautmann bei einem Pressegespräch Anfang der Woche. Der weltweit agierende Auftraggeber biete für die maßgeschneiderte Agentur und letzlich auch für Thjnk selbst viel Potenzial, in anderen Märkten Fuß zu fassen. Bis es dazu kommt, wird aber noch viel Zeit vergehen. Im Moment geht es erst einmal darum, das hiesige Team aufzubauen. Aktuell sind 15 Mitarbeiter für den Exklusiv-Partner des Stahl- und Industriekonzerns tätig, bis zum Jahresende sollen es 35 sein.
An der Spitze steht Kreativchef Kai Röffen, in Personalunion Geschäftsführer Kreation bei Thjnk in Düsseldorf. Er ist in der Aufbauphase das Gesicht von Bobby & Carl. Die Beratung verantwortet der bisherige BBDO-Manager Dirk Spakowski. Mit dem früheren Thyssen-Krupp-Mitarbeiter André Brüggemann gibt es zudem einen Digitalverantwortlichen. Allerdings ist die Agentur zusätzlich auf der Suche nach einem übergreifenden Digitalchef mit werblichem Hintergrund.

Im ersten Jahr rechnet das Joint Venture mit einem Honorarumsatz von 5 Millionen Euro, für die Folgejahre sind 7 Millionen Euro eingeplant. Sicher verbuchen kann Bobby & Carl die Konzernetats für Corporate Design und digitale Kommunikation. Hier haben TLGG und UDG das Nachsehen. Für weiteres Geschäft gibt es allerdings keinen Automatismus. Die Agentur muss sich um Aufträge weiterer Geschäftsbereiche und Regionen bewerben und gegebenenfalls in Pitches gegen Wettbewerber antreten. Dennoch dürfte sie aufgrund der Nähe zum Unternehmen eine günstige Ausgangsposition haben. Zudem will sich das Team nach der Aufbauphase auch für externe Kunden öffnen.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger auf einem intern verwendeten Plakatmotiv
Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger auf einem intern verwendeten Plakatmotiv (Bild: Thyssen-Krupp)
Erste Arbeiten für Thyssen-Krupp sind bereits umgesetzt, beispielsweise eine ausschließlich intern verwendete Kampagne mit den Vorständen für die zusammen mit Adidas entwickelte "TK Collection". Zum Sortiment gehören unter anderem Turnschuhe, die Vorstandschef Heinrich Hiesinger bei der Hauptversammlung präsentierte. Zudem startet Ende April eine Kampagne zum Thema Arbeitsschutz, die von der Personalabteilung beauftragt wurde. mam

Exklusiv für Abonnenten

Mehr zum Thema lesen HORIZONT-Abonnenten in der aktuellen Wochenzeitung, die auch auf  Tablets oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

Meist gelesen
stats