Thomas Strerath im Porträt Kreativstratege und Fußballfan

Dienstag, 07. Oktober 2014
Thomas Strerath, Zweiter v.r., während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien
Thomas Strerath, Zweiter v.r., während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien
Foto: privat

Er ist einer der profiliertesten Köpfe der deutschen Agenturszene: Thomas Strerath, dessen Wechsel von Ogilvy & Mather zu Jung von Matt die Branche überrascht hat. Anlässlich des Personalcoups beleuchtet HORIZONT Online die bisherige Karriere des 48-Jährigen und wirft einen Blick auf den privaten Thomas Strerath.
Er sei eigentlich gar kein kommunikativer Mensch, sagte Thomas Strerath einmal in einem Gespräch mit der "Zeit" - für einen Agenturchef, der in das weltweite Ogilvy & Mather Board berufen wurde, ist das eine mehr als überraschende Aussage. Dabei passt Understatement auch gar nicht unbedingt zu dem Westfalen, der am 8. Mai 1966 in Neuss geboren, im rheinischen Grevenbroich aufgewachsen und seit jeher glühender Fan von Borussia Mönchengladbach ist. Vielmehr ist Strerath, der als meinungsstarker Kolumnist auch für HORIZONT Online schreibt, für seine markigen und angriffslustigen Worte in der Branche bekannt. Dass er sich die leisten kann, liegt in erster Linie in seinem Anteil am Erfolg der Agenturgruppe, die ihren Deutschlandsitz in Frankfurt am Main hat, begründet: Zuletzt konnte man unter der Führung Streraths nicht nur den Siemens-Etat verteidigen, sondern der WPP-Schwester Grey auch noch den globalen Allianz-Etat abnehmen. Ein weiterer neuer Großauftrag im Portfolio liegt in dem Aufbau einer Content-Unit für L'Oréal. 2012 wurde Strerath zum Agenturmann des Jahres beim HORIZONT Award gekürt, weil er mit Ogilvy zu dieser Zeit unter anderem namhafte Kunden wie Coca-Cola, O2, Media-Markt und Volkswagen gewinnen konnte. 2009 war Strerath CEO von Ogilvy in Deutschland geworden.

Und auch bei den weltweiten Kreativwettbewerben sahnte Ogilvy & Mather Jahr für Jahr ab. Bei den Cannes Lions wurde die Agenturgruppe in den letzten drei Jahren jeweils als "Network of the Year" ausgezeichnet. 2014 trug die deutsche Niederlassung der Agentur mit dem Coca-Cola-Case "Mini Kiosk" zu diesem Erfolg bei.

Strerath begann seine Laufbahn bei Ogilvy Anfang 2005 als Geschäftsführer der Frankfurter Dialogmarketing-Agentur Ogilvy One. Ein Jahr später wurde er Geschäftsführer der deutschen Ogilvy-One-Gruppe, im Oktober 2007 stieg er zum Chief Operating Officer bei Ogilvy Frankfurt auf. 2012 wurde er in den Aufsichtsrat bei der Digitalagentur Syzygy berufen. Zudem ist er seit November 2013 Vizepräsident des GWA und dabei zuständig für die Vorstandsressorts Effie/Awards und Network-Agenturen.

Dabei war die steile Werberkarriere des Westfalen so gar nicht unbedingt abzusehen. Strerath kommt aus einer Arbeiterfamilie, in der niemand studierte, wagte aber selbst den Sprung an die Uni und absolvierte ein BWL-Studium. Sein Lieblingsbereich dabei: Marketing. Während der Zeit an der Universität stockte er mit Nebenjobs in einer Diskothek und einem Kiosk sein Bafög auf. Nach dem erfolgreichen Abschluss gründete er 1992 schließlich mit seinem Freund Frank Vogelsang die Agentur Vogelsang Strerath - es war der bei ein paar Bier beschlossene Eintritt in das Berufsleben, das sich heute, mehr als 20 Jahre später, spektakulär zwischenresümieren lässt. 1995 wurde er Creative Director bei der TV-Produktionsfirma Fremantle (heute Grundy UFA) und schrieb unter anderem Texte für das Kultformat "Der Preis ist heiß". Nach drei Jahren dort und einer Zwischenstation bei der Agentur WOB, wo er sechs Jahre lang, zuletzt als COO und Sprecher des Vorstands arbeitete, kam der ersehnte Wechsel zu einer großen Agentur: Ogilvy & Mather. Und die berufliche Laufbahn von Strerath, der es auch mit seinem Auto gerne schnell mag, wurde spätestens jetzt richtig rasant.

2015 schlägt Thomas Strerath dann ein neues Kapitel in seiner genauso bewegenden wie erfolgreichen Karriere auf.
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