Studio Orel So tickt die ADC Rookie Agentur des Jahres 2018

Donnerstag, 01. Februar 2018
Die Gründer der ADC Rookie Agentur des Jahres: Mick Orel, Oliver Kröning und Dennis Orel (v.l.)
Die Gründer der ADC Rookie Agentur des Jahres: Mick Orel, Oliver Kröning und Dennis Orel (v.l.)
© Studio Orel

Der Art Directors Club für Deutschland hat das Stuttgarter Studio Orel zur Rookie Agentur des Jahres gekürt. Den Preis erhalten die drei Gründer Mick und Dennis Orel sowie Oliver Kröning im Rahmen der Night of Honour, die am 1. März in Frankfurt stattfindet. Die anderen Preisträger, die an diesem Abend geehrt werden, stehen schon seit längerem fest: Der Titel "Kunde des Jahres" geht an Martell Beck, Bereichsleiter Marketing und Vertrieb der Berliner Verkehrsbetriebe BVG. Der Illustrator und Künstler Christoph Niemann wird zum ADC-Ehrenmitglied gekürt und der im September 2017 verstorbene Top-Kreative Stefan Kolle, Co-Gründer der Agentur Kolle Rebbe, posthum für sein Lebenswerk geehrt.
Obwohl sich das Team von Studio Orel über den Ehrentitel freut, stellt es klar, dass es sich eigentlich gar nicht so sehr als Agentur versteht. "Der Begriff Werbeagentur ist mit vielen Dingen behaftet, die aus unserer Sicht einfach nicht so cool sind. Davon wollten wir uns befreien und nennen uns deshalb Studio mit der Unterzeile Communication Department. Das trifft es im Prinzip auch viel eher, weil wir tatsächlich aus ganz unterschiedlichen kreativen Disziplinen kommen", erklärt Dennis Orel. Er ist der ältere der beiden Orel-Brüder und hat als einziger früher bei klassischen Kreativagenturen wie Scholz & Friends und Jung von Matt gearbeitet. Während seines Kommunikationsdesign-Studiums und später im Berufsleben prägten ihn Professoren, Mentoren und Vorgesetzte wie Michael Schirner, Christoph Schlingensief und Oliviero Toscani, aber auch Wolfgang Schneider und Jean-Remy von Matt. Mit Oliver Kröning, der schon unmittelbar nach seinem Fotografie-Studium als freier Fotograf arbeitete, verbindet ihn ein viel beachtetes Projekt: Zusammen realisierten sie vor mehr als zehn Jahren die Fotostrecke "El Arenal", für die sie mit dem Canon-Profifoto-Förderpeis ausgezeichnet wurden.
Porsche zählt seit der Gründung zu den Kunden von Porsche Orel - für den Autohersteller realisiert das Team unter anderem den Porsche Kalender, Buchprojekte und Magazine
Porsche zählt seit der Gründung zu den Kunden von Porsche Orel - für den Autohersteller realisiert das Team unter anderem den Porsche Kalender, Buchprojekte und Magazine (© Studio Orel)
Immer wieder schlagen sie die Brücke zwischen Kunst und Kommerz. Das ist auch einer der wesentlichen Gründe, weshalb sie sich ungern das Etikett "Agentur" anheften wollen. "Letztlich bedienen wir ja auch Teile dessen, was man in die Schublade Werbung packen würde. Aber eben nicht nur. Teilweise stehen künstlerische Ansätze stärker im Vordergrund", bekräftigt der Dritte im Bunde, Mick Orel. Er bringt das kaufmännische Know-how in die Firma ein. Nach einer Ausbildung im Marketing war er als Projektmanager tätig.

2015 beschlossen die zwei Brüder und ihr Freund Kröning, ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsame Sache zu machen. Dabei standen von Anfang an illustre Namen auf der Kundenliste: Porsche und Daimler beispielsweise. Hinzu kamen die überregionale Fahrschul-Franchisemarke Academy und Uhlsport, vor allem bekannt als Hersteller von Torwarthandschuhen. 

Die Aufgaben, die Studio Orel für diese Auftraggeber übernimmt, sind vielfältig. Für Porsche hat das Team unter anderem Magazine sowie ein 600 Seiten starkes Buch für dessen Tennis Grand Prix entwickelt. Das Magazin "38:Love" wurde 2016 mit einem silbernen ADC-Nagel belohnt. Erst kürzlich hat das Studio den Zuschlag erhalten, auch in den kommenden drei Jahren die Magazin-Gestaltung zu übernehmen. Ganz anders die Aufgaben für Academy: Hier ist eine 360-Grad-Kampagne unter dem Motto „Kannst du Auto?“ entstanden, die das Lebensgefühl einer jungen Generation ausdrücken soll, die für das Thema Führerschein und Mobilität neu begeistert werden muss.
Für Tommy Hilfiger hat Studio Orel unlängst einen Film mit Supermodel Gigi Hadid realisiert
Für Tommy Hilfiger hat Studio Orel unlängst einen Film mit Supermodel Gigi Hadid realisiert (© Studio Orel)
Die insgesamt zwölf Mitarbeiter stemmen die meisten Projekte in Eigenregie – das gilt für Konzeption, Grafik und Design, aber auch für Foto- und Filmproduktionen. Nur in Einzelfällen greifen sie auf ein Netzwerk an Spezialisten zurück. Als Gegenpol zum kommerziellen Tagesgeschäft, das die drei seit ihrer Gründung 2015 sukzessive ausbauen konnten, haben sie sich Ende 2017 einen langjährigen Traum erfüllt: Zusammen mit Tino Kraft gründeten sie in Stuttgart die Galerie Kernweine. Hierbei handelt es sich um eine Plattform für junge Fotografen und Künstler mit angegliedertem Laden und Café.

Große Kreativshows wie der ADC gehören für Studio Orel normalerweise nicht zur Tagesordnung. Trotzdem haben sie dort 2016 und 2017 für Aufmerksamkeit gesorgt und gewannen einen Silber-Nagel und eine Auszeichnung. Viel mehr Arbeiten hatten sie auch gar nicht im Rennen. "Wir nehmen wirklich nur punktuell teil", sagt Dennis Orel. "Wir sehen uns nicht in dem Zwang, im Kreativranking eine Rolle zu spielen, und machen ohnehin die Erfahrung, dass jungen Leuten das gar nicht mehr so wichtig ist. Aus unserem Team wissen viele von den frischen Talenten gar nicht, was der ADC überhaupt ist." Nun, dafür wissen die ADC-Mitglieder jetzt, wer Studio Orel ist. bu
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