Studentenarbeit Die filmische Übersetzung des "Nein heißt Nein"-Prinzips

Dienstag, 16. August 2016
Der Spot verzichtet auf die Darstellung von Gewalt
Der Spot verzichtet auf die Darstellung von Gewalt
Foto: Deutsche Werbefilmakademie

Im Sexualstrafrecht gilt künftig das Prinzip "Nein heißt Nein". Sexuelle Handlungen an einer Person gelten demnach schon dann als Vergewaltigung, wenn er sich über den erkennbaren Willen des Opfers hinwegsetzt. Studenten der Hamburg Media School haben dieses Prinzip nun in eine Kampagne für den Arbeitskreis "Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Hamburg" übersetzt.
Der Spot arbeitet mit eingängigen Analogien: "Scharf" bedeutet, dass ein Essen gut gewürzt ist, ein "bissiger" Hund will nicht nur spielen und heißer Kaffee verbrennt die Zunge. All dies würde wohl keiner von uns ernsthaft hinterfragen. Genauso sollte es mit einem "Nein" sein: Dieses Wort bedeutet, dass jemand eine ganz klare Linie zieht, die niemand übertreten darf. Explizite Gewalt kommt in dem Film nicht vor, wodurch er laut Angaben der Macher noch eindringlicher wirken soll.
Auf diese Weise soll der Spot ein deutliches Signal gegen körperliche oder sexualisierte Gewalt gegen Mädchen und Frauen setzen. Entstanden ist die Kampagne im Rahmen eines Seminars an der Deutschen Werbefilmakademie (DWA) unter Leitung des bekannten Werbefilmers Tony Petersen, Gründer der gleichnamigen Filmproduktion und Vorstandsmitglied der DWA. Die Studenten der Hamburg Media School haben den Spot pro bono für den Arbeitskreis "Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Hamburg" realisiert. Zu sehen ist er in ausgewählten Hamburger Kinos sowie auf diversen Webseiten wie der des Hamburger Frauennotrufs. Darüber hinaus wird es im Herbst eine stumme Fassung für das Fahrgastfernsehen der Hamburger Hochbahn AG geben. "'What part of NO didn't you understand?' – Das war meine Inspiration für diesen Spot" erklärt David Wagner, Regie-Student an der Hamburg Media School. "Eine so eindeutige Botschaft wie 'NEIN' zu missachten, ist eine Grenzüberschreitung, die ebenso eindeutige Konsequenzen mit sich bringen muss. Dem Zuschauer die einfache Kausalkette zischen Gebot und Missachtung desselbigen zu verdeutlichen, finde ich angebrachter, als wieder einmal die Frau in der Opferrolle zu zeigen und auf Betroffenheit abzuzielen." ire
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