Starcom-Chefin Laura Desmond "Die traditionelle Mediaplanung reicht nicht mehr"

Dienstag, 19. November 2013
Will mit Twitter, Instagram und neuen Werbeformaten die Millenials abholen: Laura Desmond
Will mit Twitter, Instagram und neuen Werbeformaten die Millenials abholen: Laura Desmond

Über die Bedeutsamkeit von sozialen Medien, Content-Marketing, Big Data und die daraus resultierenden Veränderungen für die Werbeindustrie wird in der Branche seit einiger Zeit heftig diskutiert. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" hat Laura Desmond, CEO der Agenturgruppe Starcom Media Vest, nun ihre Sicht der Dinge erkläutert. HORIZONT.NET präsentiert die wichtigsten Thesen der Agenturchefin.

Laura Desmond über...

...die Partnerschaft mit dem Social-Media-Dienst Twitter:

"Twitter ist ein sehr wichtiger strategischer Partner für uns geworden. Denn der Kurznachrichtendienst beschleunigt die Unterhaltung im Internet. Davon profitieren unsere Kunden erheblich, beispielsweise Samsung, Microsoft und Procter & Gamble. Derzeit entwickeln wir gemeinsam neue Produkte. Wir haben ein 'Social Television Lab' gegründet, in dem wir beobachten, wie Konsumenten TV und Twitter parallel nutzen. Und nicht zuletzt: Durch die Partnerschaft können wir die besten Einkaufspreise für unsere Kunden aushandeln."

...den veränderten Medienkonsum der "Millenials" und die Schlussfolgerungen für die Werbewirtschaft:

"Die Art, wie die Generation Y (...) mit Medien umgeht, ist gänzlich anders als bei früheren Generationen. Millenials interagieren viel mehr mit Videos und Bildern - und deutlich weniger mit Texten. Informationen, die sie mit Freunden teilen können, stehen im Vordergrund. Das hat große Implikationen für die Werbewirtschaft. Mit Twitter und dem Fotodienst Instagram arbeiten wir an neuen Werbeformaten, passgenau zugeschnitten auf die jungen Konsumenten."

...den Wandel von werbetreibenden Unternehmen zu Medien und die dadurch veränderte Mediaplanung:

"(...) Daran geht kein Weg vorbei. Marketingentscheider müssen viel mehr wie Content-Publishers, wie Hersteller von einzigartigen Inhalten denken. (...) Mediaagenturen müssen künftig beide Geschäftsfelder abbilden: die Distribution von Werbung sowie das Erstellen von Content-Marketing. Die traditionelle Mediaplanung und der Mediaeinkauf alleine reichen nicht mehr. Wir bewegen uns von einer Welt der 30-Sekunden-Spots in eine Welt des Real-Time-Contents, der Echtzeit-Inhalte. Unsere Partnerschaft mit Twitter zeigt, wohin es geht. Mediaagenturen, die nicht in Big Data (...) oder in Content-Marketing investieren, werden in Zukunft abgehängt."

...die zunehmende Bedeutung von digitalem Marketing und deren Auswirkungen:

"Ich rechne mit einem jährlichen globalen Wachstum der digitalen Kommunikation von zehn Prozent. Zu den Leidtragenden werden die analogen Medien gehören, die Tageszeitungen, aber auch das Radio und das Lokalfernsehen."
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