Spot-Premiere So sieht "Umparken im Kopf" im TV aus

Donnerstag, 06. März 2014
Niels Alzen ist der Erfinder von "Umparken im Kopf" (Foto: Sven Heinrich)
Niels Alzen ist der Erfinder von "Umparken im Kopf" (Foto: Sven Heinrich)

Seit Anfang dieser Woche ist es keine Geheimnis mehr, dass der Autobauer Opel hinter der Kampagne "Umparken im Kopf" steckt. Die Plakate und Anzeigenmotive sind bereits bekannt. Ende dieser Woche startet auch der TV-Spot, in dem neben den Schauspielern Fahri Yardim, Bettina Zimmermann, Joachim Krol, Nadja Uhl, Ken Duken und Karoline Herfurth auch Stammtestimonial Jürgen Klopp eine kleine Rolle spielt. HORIZONT.NET zeigt den Spot vorab.
Die Idee: Die Schauspieler treten in dem Film alle zusammen auf. Allerdings glaubt jeder von ihnen, er sei der Einzige, der gefragt wurde, ob er für Opel vor die Kamera treten will. Nachdem jeder seine bedenken formuliert, wird klar: Alle sagen ja, weil sie ihre Vorurteile im Kopf umgeparkt haben. Für die Kreation ist Scholz & Friends in Hamburg verantwortlich. Produziert wurde der Spot zusammen mit Radical Media unter der Regie von Sebastian Schipper. Verantwortliche Mediaagentur ist Carat. Die Postproduktion hat NHB übernommen.

Eigentlich sollte der Absender von "Umparken im Kopf" erst diese Woche bekannt werden. Das hat allerdings nicht ganz geklappt. Wobei die Spekulationen in den Medien nicht geschadet haben dürften. Darüber, wie die Verantwortlichen damit umgegangen sind, hat HORIZONT mit Niels Alzen, Geschäftsführer Kreation bei Scholz & Friends und kreativer Kopf hinter dem Opel-Auftritt, gesprochen.

Haben Sie damit gerechnet, dass sich der Absender der Kampagne bis zum Outing geheim halten lässt?
Wir haben damit gerechnet, dass es Spekulationen geben wird. Das hat der Kampagne ja auch schnell zu noch mehr Sichtbarkeit verholfen. Die breite Diskussion in den Medien ist nichts, worüber wir uns beschweren möchten.

Auch nicht darüber, dass schon am ersten Tag Hinweise auf Opel zu lesen waren?
Wir waren überrascht, wie schnell das geht. Aber wir wussten auch, dass wir eine Fährte gelegt hatten. Einerseits mit dem starken schwarz-gelben Farbcode von Opel, andererseits durch das Schlüsselwort "Umparken", das natürlich unschwer an einen Automobilhersteller denken lässt. Als spekuliert wurde, das Thema Vorurteile passe doch gut zu Opel, waren wir froh, dass wir ins Schwarze getroffen haben.

War ein Thema, sich frühzeitig zu erkennen zu geben?
Wir haben das diskutiert und uns dann entschieden, nichts am Timing zu ändern und den Countdown auf der Microsite ernst zu nehmen.

Dennoch haben Sie dort Hinweise auf Opel zugelassen.
Wir wollten diesen Teil der Diskussion ehrlich wiedergeben und nicht zensieren. Im Netz lässt sich nichts verstecken. Die Leute wären erst recht stutzig geworden, wenn wir ausgerechnet diese Kommentare entfernt hätten.

Sind Sie denn zufrieden mit der Resonanz im Netz?
Als ich die Kampagnen-Idee hatte, stand die Social-Media-Komponente nicht im Mittelpunkt. Umso erfreulicher ist, dass sie solch eine Eigendynamik entwickelt hat. Das Motiv zum Thema "Schwulsein und Fußballspielen" blieb sogar von Thomas Hitzlsperger nicht unbemerkt. Offenbar haben wir einen Nerv in der Gesellschaft getroffen.
Interview: mam

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 10/2014 vom 6. Februar
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