"Sound Shirt" Wie Jung von Matt Gehörlose Musik erleben lässt

Dienstag, 03. Mai 2016
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Foto: Jung von Matt

Mit ihrem Anti-Untertitel-Spot hat Jung von Matt vergangene Woche viele Facebook-Nutzer gegen sich aufgebracht. Während die eigentlich Botschaft des Clips lautete: Wer Sprachen lernt, braucht keine Untertitel, so sahen einige Zuschauer in dem Spot eine Diskriminierung von Gehörlosen. Diese wenige Tage später publizierte Arbeit der Hamburger Agentur könnte die Wogen etwas glätten.
"The Sound Shirt" heißt der Auftritt, den das Team von Jung von Matt/Alster für die Junge Symphoniker Hamburg kreiert hat. Dabei handelt es sich um wearable Tech: ein hautenges Zip-Shirt, das Gehörlosen den Genuss von Musik ermöglicht. Sechs Monate hat die Entwicklung des Textils gedauert. Und so funktioniert das "Sound Shirt": Zahlreiche Mikrofone zeichnen zunächst die Töne unterschiedlicher Musikinstrumente auf. Anschließend wandelt eine spezielle Software diese Töne in Daten um und sendet sie an 16 Feinmotoren und Leuchtdioden im Sound Shirt. Diese geben die Musik mit Vibrationen und Licht wider. So können die Protagonisten die Melodie zwar weiterhin nicht hören, aber immerhin fühlen und sehen.

So funktioniert das "Sound Shirt"
So funktioniert das "Sound Shirt" (Bild: Jung von Matt)
Entwickelt hat das Shirt die Londoner Designagentur Cute Curcuit. Die Idee dafür hatten die beiden JvM-Junioren Dany Rothemund und Hannah Liffler. Im Team um die Geschäftsführer Tobias Grimm, Jens Pfau und Thim Wagner verantworten die beiden Kreativdirektoren Jonas Keller (Art) und Robert Herter (Text) den Auftritt. Das Casevideo ist in Zusammenarbeit mit Markenfilm (Regie: Maximilian Kempe) sowie Infected und NHB entstanden.

Laut Agentur soll das Shirt künftig Konzertbesuchern der Jungen Symphoniker zur Verfügung gestellt werden. Wer das Oberteil einmal selbst ausprobieren möchte, der kann sich auf der Website Sound-shirt.com registrieren.

Jung von Matt hatte in der vergangenen Woche mit einem Spot Hörgeschädigte und Inklusions-Aktivisten gegen sich aufgebracht. Eine auf Facebook gepostete Rechtfertigung seitens der Agentur brachte nicht den erhofften Erfolg. Vielleicht sollte JvM doch den Vorschlag eines Users auf Facebook in Bezug auf das gepostete Video zum "Sound Shirt" befolgen: "Könnt ihr das mal unter den 'Shitstorm' posten?" jeb

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