Social Media Auswertung Nur eine der 50 größten deutschen Digitalagenturen ist auf Snapchat aktiv

Mittwoch, 08. Februar 2017
Die Digitalagenturen sind längst nicht auf allen Social-Media-Plattformen präsent
Die Digitalagenturen sind längst nicht auf allen Social-Media-Plattformen präsent
Foto: Fotolia / vege

Wenn es um die Ausarbeitung und Umsetzung von Online- und Social-Media-Strategien geht, sind Unternehmen oft überfordert. Genau davon leben die Digitalagenturen. Doch sind die Spezialdienstleister eigentlich up to date, was ihre eigenen Auftritte im Social Web angeht? Und leben die Agenturen den Kunden den besonderen Social-Media-Spirit vor, der gerade von den jungen Plattformen ausgeht? Eine aktuelle Studie von webZunder lässt durchaus Zweifel aufkommen.
Basis der Studie ist das Internetagentur-Ranking des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), der anhand des Honorarumsatzes jährlich die 50 größten Dienstleister kürt. Webzunder hat in der Zeit vom 1. Juli bis 30. September 2016 die Social-Media-Aktivitäten sämtlicher in diesem Ranking gelisteten Agenturen unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind zum Teil überraschend. 

Präsenz deutscher Digitalagenturen in sozialen Netzwerken

Quelle: (Webzunder)
Immerhin: Laut der Studie sind die deutschen Top-50-Agenturen im Schnitt auf sieben sozialen Netzwerken vertreten. Was allerdings auffällt, ist, dass sie dort eher konservativ unterwegs sind. Das zeigt sich vor allem am Beispiel Snapchat: Wenn es im Jahr 2016 eine Plattform gab, die in der Werbeindustrie für Wirbel und Gesprächsstoff gesorgt hat, dann eben diese. Da erstaunt es schon, dass lediglich 2 Prozent der deutschen Digital-Agenturen - nach Adam Riese also exakt eine Agentur - selbst auf Snapchat aktiv sind. 

Mit Instagram verhält es sich ähnlich: Die Plattform hat sich inzwischen bei vielen Werbungtreibenden im Media-Mix etabliert. Die wenigsten Dienstleister nehmen das allerdings zum Anlass, die Plattform für eigene Zwecke zu nutzen. Lediglich 36 Prozent der Top-50-Dienstleister sind bei der Facebook-Tochter aktiv. 

Wesentlich stärker sind die Agenturen verständlicherweise auf Karrierenetzwerken präsent. Der erbitterte Kampf um talentierte Nachwuchskräfte wird in der Regel auf Xing und Linkedin ausgetragen - jeweils 96 Prozent der Agenturen sind dort vertreten. Aber auch Facebook mit einem Anteil von 94 Prozent und Google+ (82 Prozent) stehen bei den Agenturen hoch im Kurs. Twitter (76 Prozent) und Youtube (70 Prozent) sind dagegen etwas weniger verbreitet. Bei Pinterest und der digitalen Frageplattform Quora (jeweils 40 Prozent) nimmt die Begeisterungsfähigkeit der Agenturen bereits stark ab. 

Auch wenn eine Agentur auf einer Plattform präsent ist, heißt das nicht, dass diese täglich gepflegt wird. Beispiel Facebook: Lediglich 30 Prozent der Agenturen sind dort mehr als dreimal in der Woche aktiv. Weitere 30 Prozent setzen ein bis dreimal wöchentlich einen Post ab, 34 Prozent ein- bis dreimal im Monat. 4 Prozent lassen sich nur alle sechs Wochen auf Facebook blicken, 2 Prozent sogar nur alle zwei Monate. Selbst auf dem "schnellen" Kanal Twitter setzen lediglich 42 Prozent der Agenturen mehr als dreimal die Woche eine Botschaft ab - 11 Prozent sogar nur alle zwei Monate. Seltenheitswert haben Posts auf Google+. 68 Prozent der Agenturen geben an, seltener als einmal in zwei Monaten dort aktiv zu sein. 

Nachholbedarf haben einige Agenturen offenbar auch in rechtlicher Hinsicht. Grund: Laut Webzunder fehlt bei den Social-Media-Auftritten "in sehr vielen Fällen" das Impressum. Was hierzulande ein Problem ist. Denn in Deutschland besteht eine gesetzliche Impressumspflicht für gewerbliche Social Media-Auftritte - alles andere wird als “wettbewerbswidrig” angesehen. Lediglich Facebook scheint eine Ausnahme zu sein. Hier fehlen nur bei neun Prozent der Agenturen die rechtlichen Hinweise. mas
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