"Silicon Pauli Patrons Programm" Wie Hamburger Kreative Startups unterstützen wollen

Montag, 15. August 2016
Die Mentoren: Stefan Kolle, Nico Polzin, Lasse Lüders, Till Hinrichs, Malte Tietjen, Nicolas Kittner (v.o.r.)
Die Mentoren: Stefan Kolle, Nico Polzin, Lasse Lüders, Till Hinrichs, Malte Tietjen, Nicolas Kittner (v.o.r.)
Foto: Kolle Rebbe

Startups bekommen in Deutschland zu selten konkrete Hilfe. Das meint der Hamburger Digitalkreative Nicolas Kittner und hat unter anderem mit Kolle-Rebbe-Chef Stefan Kolle eine Initiative zur Förderung von Startups der Digitalwelt ins Leben gerufen. HORIZONT Online hat mit dem Initiator gesprochen.
Die Idee des "Silicon Pauli Patrons Programm" (SPPP), dessen Name sich an die von Kittner gegründete Online-Plattform Silicon Pauli anlehnt: Die Kreativen stellen einen Tag im Monat ihr Know-how kostenlos zur Verfügung und greifen den Gründern sechs Monate bei ihrer Produktentwicklung unter die Arme. Als aktive Unterstützer der Initiative hat Kittner neben Kolle auch Nico Polzin, User Interface Designer und Gründer des Freelancer-Portals bettertalk.to, Till Hinrichs, Designer und Entwickler sowie Gründer der Beratungsagentur Eight Days A Week UG, Lasse Lüders, Mitgründer und Geschäftsführer Kreation des Digitalen Produktstudios Appmotion sowie den selbständigen Digital Innovation Strategist Malte Tietjen ins Boot geholt.

Aus der Sicht von Kittner wird für Startups in Deutschland zu wenig getan. Es gäbe zwar viele Programme, die junge Unternehmen finanziell oder mit Mentoren unterstützen. Kittner: "Aber kaum welche, die eine konkrete, praxisnahe Hilfestellung bei der digitalen Produktentwicklung geben. Und da gibt es aus meiner Sicht einen erheblichen Bedarf."

Kittner selbst kennt die Probleme, die man bei der Gründung eines Startups meistern muss. 2012 hatte er im Bereich Social Commerce das Startup "LABELit" gegründet. Zwei Jahre später ist das Projekt aber bereits wieder gescheitert. "Wir haben die klassischen Fehler gemacht. Zum Beispiel wollten wir ganz viel auf einmal machen, haben uns nicht stark genug fokussiert. Und wir haben unser Produkt zu spät getestet. Hätten wir professionelle Hilfe gehabt, wäre das wahrscheinlich nicht passiert", so Kittner. Die Lehren, die er aus den Fehlern gezogen hat, möchte er nun weitergeben.

Los geht das Programm mit einem Workshop am 6. Oktober
Los geht das Programm mit einem Workshop am 6. Oktober (Bild: N. Kittner/Medium.com)
Um die Teilnahme an dem Förderprogramm können sich junge Unternehmen mit digitalem Hintergrund aus ganz Deutschland bewerben. "Natürlich wollen wir nur solchen Startups helfen, die sich professionelle Hilfe finanziell nicht leisten können. Zudem müssen sie sich primär im digitalen Umfeld bewegen, und sie sollten sich erst in einem relativ frühen Stadium der Produktentwicklung befinden", erklärt Kittner die Bedingungen. Die Bewerbung sollte bis zum 15. September an sppp[at]siliconpauli.com geschickt werden und aus maximal 15 Charts mit Idee, Produkt und Skizze des Business Plans bestehen. Aus allen Einreichungen wählen Kittner und sein Team sechs Startups, die dann sechs Monate von je einem Patron bei einer konkreten Aufgabe unterstützt werden.

"Das Ganze ist ein großes Experiment. Wir haben keine finanziellen Hintergedanken, sondern wollen einfach geile Produkte mit tollen Leuten entwickeln", so Kittner. Und dabei würden nicht nur die jungen Unternehmer profitieren, auch die erfahrenen (Digital-)Kreativen, die eine ganz andere Sichtweise auf ein solches Business bekämen.

Der Startschuss fällt am 6. Oktober mit einem zweitägigen Workshop, bei dem die Initiatoren gemeinsam mit allen Teilnehmern Positionierung, Geschäftsmodell und Produkt ihrer Unternehmen hinterfragen, überarbeiten und testen wollen. Weitere Informationen zum SPPP gibt es hier.

Kittner denkt schon weiter: "Wenn unser Programm gut ankommt, wollen wir es natürlich fortführen. Auch gerne mit zusätzlichen Patrons, mit denen wir unsere Kompetenzfelder erweitern." jeb
Meist gelesen
stats