"Sharing seit 1823" Wie BBDO das Image des Karnevals aufpolieren will

Donnerstag, 27. Februar 2014
Karnevalisten kennen Likes nicht erst seit Facebook
Karnevalisten kennen Likes nicht erst seit Facebook

In den kommenden Tagen werden Köln, Düsseldorf und Mainz mal wieder im Chaos versinken. Mit der Weiberfastnacht am heutigen Donnerstag beginnt die große Zeit der Jecken, die sich bis Aschermittwoch so richtig austoben dürfen. Außerhalb der Karnevalshochburgen hat man für das närrische Treiben in der Regel nicht viel übrig. Dieses Imageproblem soll jetzt eine Kampagne von BBDO aus der Welt schaffen.
Die Motive hat BBDO entwickelt
Die Motive hat BBDO entwickelt
Die Düsseldorfer Werbeagentur hat im Auftrag der "Kölnischen Rundschau" Plakate, Printanzeigen und Online-Banner entwickelt, die das Image der "Fassenacht" entstauben und die Narrenzeit vor allem bei jungen Leuten wieder attraktiver machen sollen. Dabei herausgekommen sind Motive, die - wie könnte es auch anders sein - mit Begriffen aus der Welt der sozialen Netzwerke spielen.

So ist eines der Plakate, auf dem der Karnevalsprinz seine Kamelle unters Volk bringt, mit der Headline "Sharing seit 1823" überschrieben. Ein zweites Motiv, auf dem ein als Clown verkleideter Jecke von zwei bunt maskierten Mädels geküsst wird, steht unter dem Motto "Likes seit 1823". "Bei genauerem Hinsehen braucht der Karneval den Vergleich mit sozialen Medien nicht zu scheuen", sagt Kristoffer Heilemann. Aus Sicht des Kreativ-Geschäftsführers von BBDO, der die Kampagne mit entwickelt hat, bringt nichts Menschen besser zusammen wie der Karneval. "Hier wird in Echtzeit kräftig geliked, geschared, genetworkt und geslamt", so der Agenturmanager. Das mache den Karneval zu "einem einzigartigen Stück Kultur - heute wie vor 500 Jahren".

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BBDO hat nicht nur Begriffe aus sozialen Medien übernommen, sondern diese auch zum Teil der Kampagne gemacht. So gibt es weitere Plakate, auf denen Geschichten aus der Welt des Karnevals vorgestellt werden. Darunter werden die Passanten und Leser aufgefordert, ihre eigenen Karnevalsgeschichten unter dem Hashtag #NURANKARNEVAL zu twittern. Die ersten Reaktionen sind positiv. Der Chef des Festkomitees, Markus Ritterbach, bezeichnete die Kampagne in der "Kölnischen Rundschau" als "sehr gelungen und sympathisch". Der Auftritt werde bei der jüngeren Menschen "bestimmt gut funktionieren". mas

Update: Das Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 hat sich inzwischen von der Kampagne distanziert. Die Gesamtinteressen-Vertretung von über 100 Kölner Karnevalsgesellschaften habe weder mit BBDO gesprochen noch einen entsprechenden Auftrag erteilt, erklärt eine Sprecherin gegenüber HORIZONT.NET. Zudem sei auf den Motiven ein falsches Logo verwendet worden. Laut der Sprecherin wird das Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V. die Motive nicht schalten.

Weitere Motive

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