Sexismus-Vorwürfe gegen JWT-Chef WPP engagiert externe Anwälte

Mittwoch, 16. März 2016
WPP-Chef Martin Sorrell holt externe Anwälte an Bord
WPP-Chef Martin Sorrell holt externe Anwälte an Bord
Foto: WPP
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In der Affäre um den weltweiten JWT-Chef Gustavo Martinez zieht die Muttergesellschaft WPP externe Anwälte hinzu. Wie Konzernchef Martin Sorrell in einer Notiz an die Führungskräfte seiner Agenturen mitteilt, hat das Unternehmen die New Yorker Kanzlei Proskauer Rose LLP mit der Untersuchung der Angelegenheit beauftragt. Bislang hatte WPP beziehungsweise JWT den Fall intern überprüft.
Hintergrund ist die Klage, die Kommunikationschefin Erin Johnson gegen CEO Martinez eingereicht hat. Sie wirft ihm sexistische und rassistische Äußerungen vor. So soll der Manager sie aufgefordert haben, ihn zur Toilette zu begleiten, damit er sie dort vergewaltigen könne. Zudem soll er sich abfällig über Juden ("I hate those f..ing Jews") und Afro-Amerikaner ("black monkeys") geäußert haben. Johnsons Anwälte haben darüber hinaus weitere Anklagepunkte formuliert. Die vollständige Klageschrift lesen Sie hier. Die beauftragte Kanzlei Proskauer ist unter anderem auf Arbeitsrecht spezialisiert. Zu ihren Mandaten gehören große Unternehmen und Finanzinstitutionen, aber auch Sport- und Popstars. Die Kanzlei ist international tätig und beschäftigt mehr als 700 Anwälte. Wie die von WPP beziehungsweise JWT beauftragte PR-Agentur Finsbury (gehört ebenfalls zu WPP) bestätigt, kümmert sich Proskauer-Rechtsanwältin Bettina Plevan um den Fall.

WPP droht auch an anderer Stelle Ungemach. Das Anfang der Woche bekanntgewordene Bonuspaket von CEO Sorrell in Höhe von fast 80 Millionen Euro erhitzt die Gemüter einiger Investoren. Um die Vergütung des Konzernchefs hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Ärger gegeben. mam
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