Sekis-Selbsthilfe So dezent stichelt Preuss und Preuss gegen soziale Netzwerke und Smartphones

Mittwoch, 30. November 2016
Preuss und Preuss "Selbsthilfe"-Kampagne
Preuss und Preuss "Selbsthilfe"-Kampagne
Foto: Preuss und Preuss

800 Freunde auf Facebook, über 1000 Follower auf Twitter und noch mehr Kontakte in anderen sozialen Netzwerken: Wer sich gerne selbst in Szene setzt, der hat auf den Social Networks alle Möglichkeiten dazu. Doch was nützt das alles, wenn man niemanden wirklich zum Reden hat? Mit einer neuen Kampagne macht Preuss und Preuss für Sekis, die Selbsthilfe-Organisation mit Sitz in Berlin, auf das Problem der Vereinsamung aufmerksam.
Social Media und der andauernde Blick aufs Smartphone lösen keine Probleme, lautet die zentrale Botschaft des social-media-kritischen Auftritts. Stattdessen empfiehlt die Berliner Agentur persönliche Gespräche und zwischenmenschliche Interaktionen. Als "echte und bewährte Alternative" wird die Selbsthilfe beworben. Diese sei "das sozialste Netzwerk" und ermögliche Menschen, zusammen zu kommen und über ihre Probleme zu sprechen.
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    (Bild: Preuss und Preuss)
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    (Bild: Preuss und Preuss)
Auf vier verschiedenen Motiven, die allesamt sehr minimalistisch gehalten sind, wird auf die nicht immer offensichtlichen Tücken von Social Media und Smartphones hingewiesen. Die Agentur bemängelt beispielsweise die Restriktion von Emotionen auf Facebook, um seine Gefühle auszudrücken: "Bei uns gibt es mehr als sechs Emotionen. Und für alles eine Gruppe", heißt es auf einem der Motive. Weiterhin spielt der Text auch auf das Kursangebot der Selbsthilfe an, das weit mehr umfasst als die anonymen Alkoholiker. Auf weiteren Plakaten wird die Gesprächsqualität von Telefonen moniert oder auf die fehlende Eigenschaft von Smartphones hingewiesen, um Personen richtig zu verstehen.
"Obwohl die Gesellschaft heutzutage stark vernetzt ist, steigt bei vielen das Gefühl des Alleinseins", kommentiert Agenturchef Michael Preuss die Kampagne. Ab Dezember sind die Out-of-Home-Motive zunächst in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie S- und U-Bahnhöfen zu sehen. Weitere Maßnahmen seien bereits in Planung.

Preuss und Preuss spricht ein durchaus sensibles Thema an. Selbst Facebook-Chef Mark Zuckerberg betonte 2008 in einem Interview mit dem GQ-Magazin, dass das soziale Netzwerk keine Alternative zu echten Freundschaften sei: "Facebook hilft, mit Leuten in Kontakt zu bleiben, die wir auch im echten Leben kennen. Mehr nicht. Wer glaubt, dass jeder Facebook-Kontakt ein Freund ist, der weiß nicht, was Freundschaft bedeutet." kn
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