Schottland Referendum WPP-Chef Martin Sorrell warnt vor Yes

Donnerstag, 18. September 2014
WPP-Boss Martin Sorrell ist gegen die Unabhängigkeit Schottlands
WPP-Boss Martin Sorrell ist gegen die Unabhängigkeit Schottlands
Foto: WPP
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Decision-Day in Großbritannien: Heute entscheiden die Schotten in einem Referendum über ihre Unabhängigkeit und damit über die Abspaltung vom Vereinigten Königreich - mit allen positiven und negativen Folgen, die ein eigenständiger Staat mit sich bringt. Zu den erklärten Gegnern gehört WPP-Chef Martin Sorrell, ein gebürtiger Londoner. Dem Sender Sky News sagte der Agenturboss: "Es geht nicht um Unabhängigkeit, sodern um Abspaltung."
Angekündigt als "mächtigster Werbe-Boss der Welt" bezieht Martin Sorrell in dem Interview Stellung zu den Folgen einer möglichen Unabhängigkeit Schottlands. Im Falle eines mehrheitlichen "Ja" aus Schottland erwartet der 69-Jährige steigende Preise, unter anderem für Lebensmittel, und hörere Zinsen. Es bestehe die Gefahr, dass Schottland zu einem Sonderfall werden, nicht zuletzt wegen der geografischen und historischen Situation des Landes. Gleichzeitig würde auch Großbritannien an Bedeutung verlieren. So oder so, Sorrells Agenturholding WPP müsste sich etwaigen Veränderungen natürlich anpassen. "Dann wären wir nicht in 110, sondern in 111 Ländern vertreten", so der CEO. WPP erwirtschafte zurzeit etwa 10 Prozent seines Umsatzes und seines Gewinns in Großbritannien. "Wenn ich in die Zukunft schaue, werden wir mehr Geld außerhalb des Vereinigten Königreichs investieren und versuchen, unsere Geschäfte jenseits der britischen Grenzen zu stärken", sagte Sorrell.

4,3 Millionen Menschen sind heute in Schottland zur Wahl aufgerufen, die Wahllokale sind von 8 Uhr bis 23 Uhr am Abend geöffnet. Erwartet wird eine Beteiligung von über 90 Prozent. In den Umfragen kristallisierte sich bis zuletzt kein klarer Favorit heraus, die Gegner der Unabhängigkeit liegen offenbar knapp vorne. Das Endergebnis soll zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr am Freitag bekanntgegeben werden. fam
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