"Scheich-Idee" Heimat setzt sich mit Volksbank-Motiv in die Nesseln

Freitag, 30. Mai 2014
Stein des Anstoßes: die Anzeige der Volks- und Raiffeisenbanken
Stein des Anstoßes: die Anzeige der Volks- und Raiffeisenbanken
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Katar FAZ Nessel Eigentor Raiffeisenbank BVR Schippe


Das nennt man wohl ein klassisches Eigentor. Mit einer lustig gemeinten Anzeige wollten die Volks- und Raiffeisenbanken den Deal der Deutschen Bank, die sich Katar als Großinvestor ins Haus holt, auf die Schippe nehmen. "Auf so eine Scheich-Idee würden wir nie kommen", heißt es in dem am Mittwoch in der "FAZ" erschienenen Motiv. Dafür müssen die Bank und die verantwortliche Agentur nun heftige Kritik einstecken. Wie ein Sprecher des des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) bestätigt, stammt das Motiv von der Stammagentur Heimat in Berlin. Sie gilt als die derzeit angesagteste Werbeschmiede in Deutschland und agiert künftig als Teil der TBWA-Gruppe - hat also selbst einen Investor an Bord. Mit der für den Kunden entwickelten Annonce sorgt Heimat für Empörung bis in die Politik. "Ich finde die Anzeige geschmacklos. Die Nationalität der Anteilseigner sollte kein Thema sein", zitiert das "Handelsblatt" den finanzpolitischen Sprecher der Grünen Gerhard Schick. Auch der eine oder andere Agenturmanager darf in derselben Zeitung sagen, wie misslungen er die Werbung findet.

Beim BVR versteht man die Aufregung nicht so recht. "Zielrichtung der nur einmalig geschalteten Anzeige ist es, aktiv für die genossenschaftliche Mitgliedschaft zu werben und den Unterschied zu anderen Geschäftsmodellen aufzuzeigen", sagt ein Sprecher. Zudem wolle man darauf aufmersam machen, dass "unser mitgliederbasiertes Geschäftsmodell nicht auf Staatshilfe oder finanzstarke Einzelinvestoren angewiesen ist". Von Heimat war bislang keine Stellungnahme zu erhalten. Ebenso wenig von der Deutschen Bank. mam           
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