Sapient Nitro Kreativchef Christian Waitzinger: "Wir müssen mehr experimentieren"

Freitag, 19. Februar 2016
Christian Waitzinger ist seit Herbst Kreativchef von Sapient Nitro Kontinentaleurpa
Christian Waitzinger ist seit Herbst Kreativchef von Sapient Nitro Kontinentaleurpa
Foto: Sapient Nitro

Ganze 6500 Kilometer Luftlinie ist Christian Waitzinger für seinen neuen Job gereist: Im Sommer hat der 41-Jährige seine Zelte in New York abgebrochen, um dem Ruf von Joachim Bader und Wolf Ingomar Faecks zu folgen und bei Sapient Nitro in München die für ihn geschaffene Stelle als Executive Creative Director und Vice President Kontinentaleuropa anzutreten. HORIZONT hat er verraten, welche Pläne er mit der Digitalagentur hat.
Hört man ihn mit charmantem schwäbisch-amerikanischen Akzent über seinen Job erzählen, merkt man schnell: Hier spricht ein Digitalkreativer mit Herzblut: "Mir macht es Spaß, mir an einer Marke die Zähne auszubeißen." In der Branche beschreibt man Waitzinger als lustig, energiestrotzend und direkt. Er gilt als Macher. Sein Lebenslauf ist ungewöhnlich: 15 Jahre ohne Unterbrechung bei ein und derselben Agentur. Für den gebürtigen Stuttgarter fühlt sich das aber nicht so an: "Ich habe nie einen Grund gesehen, bei einer anderen Agentur anzuheuern." München, Los Angeles, San Diego, Miami, Singapur, New York und nun wieder zurück, immer andere Kunden, immer andere Menschen. Langweilig wurde ihm nie. Die vergangenen fünf Jahre verantwortete Waitzinger als ECD die Kreation von Sapient Nitro New York. Für seinen neuen Job hat er sich viel vorgenommen: "Wir müssen in Deutschland noch mutiger werden und mehr experimentieren." Er sieht es als eine seiner Hauptaufgaben an, sein Team zu inspirieren und eine Kultur der stetigen Weiterentwicklung zu schaffen. Seine Mission: Sapient Nitro soll nicht nur als Dienstleister für Content Management und Systemintegration stehen, sondern auch für gute Kreation und Inhalte.

Eine Agentur, die ihren Kunden echte Mehrwerte bietet: "In den letzten zehn bis 15 Jahren haben wir zu sehr über Strukturen geredet und uns erst danach über Inhalte Gedanken gemacht." Diesen Trend will er umdrehen: "Wir dürfen keine Häuslebauer sein, die ein schönes Gebäude bauen, aber dann mit Omas alten Möbeln einziehen." Spannender Content sei das "Benzin", das ein gesamtes digitales Ökosystem bewegt und für die Zielgruppe interessant macht. Neue Erlebniswelten schaffen - darum geht es dem Kreativen. Besonders beschäftigen ihn Themen wie Meerkat und Periscope. Auch die Vernetzung von Virtual Reality mit Social Commerce steht auf seiner Agenda.

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Hätte der Schwabe, auf dessen Awardkonto aktuell über 70 Kreativpreise zu Buche stehen, seinen Teenagertraum ernsthaft verfolgt, er hätte einen vollkommen anderen Berufsweg eingeschlagen. Welchen, lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 7/2016 vom 18. Februar. jeb
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