Saatchi-CEO Christian Rätsch "Agenturen furzen die Ideen nicht"

Freitag, 21. November 2014
Saatchi & Saatchi-CEO Christian Rätsch
Saatchi & Saatchi-CEO Christian Rätsch
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Christian Rätsch Saatchi & Saatchi


Christian Rätsch ist seit etwas über einem Jahr CEO von Saatchi & Saatchi Deutschland. Als der ehemalige Telekom-Marketer den Job übernahm, war die Überraschung groß. Nicht viele hatten den heute 42-Jährigen für den CEO-Posten bei der Publicis-Tochter auf dem Zettel. Im Interview mit HORIZONT zieht Rätsch eine erste Zwischenbilanz und spricht über ...

... die Entwicklung der Agentur: "Als ich kam, hatte die Agentur ein schwieriges Jahr hinter sich. Ich bin mit dem Versprechen angetreten, keine Kunden zu verlieren und Neugeschäft zu gewinnen. Das haben wir geschafft. Wir haben zehn neue Mandate geholt. Ich bin also durchaus zufrieden mit der Entwicklung. Aber wir mussten schon an einigen Schrauben drehen. Die erste und wichtigste Maßnahme war die Zusammenführung der Standorte. Wir verstehen uns jetzt als One Saatchi. Früher herrschte der Gedanke vor, dass man in jedem Büro alles gleich gut können muss. Heute arbeiten wir mit Kompetenzcentern, die sich gegenseitig unterstützen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf das Geschäft aus, sondern auch auf Kultur und Klima."

„Perspektivisch wollen wir die kreativste internationale Agentur in Deutschland werden.“
Christian Rätsch
... die Übernahme der auf B-to-B-Kommunikation spezialisierten Digitalagentur Zweimaleins: "Wie positioniert man sich denn innerhalb eines Netzwerks? Entweder, man liefert ein Hammer-Finanzergebnis ab. Das ist in einem Markt wie Deutschland nur schwer möglich. Oder man ist eine Top-Kreativagentur. Das wollen wir werden, aber andere Büros sind da weiter. Bleibt die dritte Option: Man besetzt ein neues Kompetenzfeld. Keine Saatchi-Agentur hat Spezial-Know-how in B-to-B-Kommunikation, aber alle haben Kunden aus diesem Bereich. Das eröffnet große Chancen für uns."

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... seinen kreativen Anspruch: "Ich bin voll und ganz der kreativen Positionierung unserer Agentur verpflichtet. Wir haben den Anspruch, sehr schnell einen der vorderen Plätze bei den Networks einzunehmen. Perspektivisch wollen wir die kreativste internationale Agentur in Deutschland werden."

... die angeblich fehlenden Handlungsspielräume als lokaler Networkmanager: "Wenn ich das höre, fühle ich mich immer als der unternehmerischste aller Networkmanager. Ich habe bislang nur zweimal um Genehmigung gebeten. Einmal für die Jahresplanung, das andere Mal bei der Akquisition von Zweimaleins. Letztlich ist es eine Frage der Zahlen. Auch hier geht es um das Thema Glaubwürdigkeit. Wer im Korridor dessen bleibt, was er versprochen hat, kriegt keine Schwierigkeiten. In dem Moment, wo man nicht liefert, verkleinert sich der Spielraum.

... seinen veränderten Blick auf die Arbeit von Agenturen: "Mir ist klar geworden, wie viel enorm harte Arbeit hinter der Entwicklung von Kampagnen steckt. Agenturen furzen die Ideen nicht. Leider wird diese Arbeit auf Kundenseite nicht immer gesehen beziehungsweise nicht richtig gewürdigt. Das wollen wir ändern, zum Beispiel dadurch, dass wir Kunden stärker in den Entstehungsprozess einbinden." mam

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