Ruzicka-Affäre Schadensersatzklage von Aegis erneut vertagt

Freitag, 27. Juni 2014
Aleksander Ruzicka sitzt nun wieder in der JVA Weiterstadt (Foto: Aegis Media)
Aleksander Ruzicka sitzt nun wieder in der JVA Weiterstadt (Foto: Aegis Media)

Im Zivilverfahren gegen den ehemaligen Aegis-Manager Aleksander Ruzicka vor dem Wiesbadener Landgericht (LG) steht das Urteil weiter aus. Darin fordert sein früherer Arbeitgeber (heute Dentsu Aegis Network) Schadensersatz in Höhe von 20 Millionen Euro, die Ruzicka veruntreut hat und wofür er 2009 in einem Strafverfahren vor dem LG Wiesbaden rechtskräftig zu einer Haftstrafe von über elf Jahren verurteilt wurde. Am vergangenen Freitag erließ die zuständige Zivilkammer allerdings nur einen so genannten Hinweisbeschluss. Laut dem Sprecher des Landgerichts Hans Kieserling besagt dieser, "dass die Kammer die Schadensberechnung von Aegis derzeit für unschlüssig hält und die Kläger nun die Gelegenheit haben, das nachzubessern." Grund hierfür sind offenbar Kompensationszahlungen von mehr als 14 Millionen Euro, die zum Teil nach Vergleichsverhandlungen von weiteren Beschuldigten gezahlt wurden, die ebenfalls in die Ruzicka-Affäre verstrickt waren.

Die Summe enthält auch Kompensationszahlungen von Versicherungen in Höhe von rund elf Millionen Euro. Aegis wurde nun von der Zivilkammer aufgefordert, die verbleibende Schadenssumme in Höhe von 20 Millionen Euro den entsprechenden Untreuefällen von Ruzicka direkt zuzuordnen und hat vier Wochen Zeit für eine weitere Stellungnahme.

In der Zwischenzeit wird auch am Oberlandesgericht Frankfurt ein Urteil in der Zivilsache Aegis gegen die ehemaligen Inhaber Reinhard Zoffel und Volker Hoff der gleichnamigen Wiesbadener Werbeagentur erwartet. Von ihnen fordert Aegis nach wie vor Schadensersatz in Höhe von 2,5 Millionen Euro, wogegen beide Agenturmanager eine Widerklage erhoben haben.

Indes wartet Ruzicka auf seinen zweiten Strafprozess, der wegen möglicher Urkundenfälschung gegen ihn eröffnet wurde. Dieses Strafverfahren ist noch nicht terminiert. Bis dahin bleibt er im Hochsicherheitstrakt der JVA Weiterstadt, wohin er aus dem Gefängnis in Darmstadt wieder zurückverlegt wurde. ejej
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