Rocket & Wink Die Kreativstars hinter der Maske

Donnerstag, 26. September 2013
Gerald Rocketson (l.) und Petronius Amund Wink wollen ihre richtigen Namen nicht in der Presse lesen
Gerald Rocketson (l.) und Petronius Amund Wink wollen ihre richtigen Namen nicht in der Presse lesen

Sie wollen anders sein und sind dabei irgendwie ein bisschen schizophren – aber auf erfreulich erfrischende Art und Weise. Die Rede ist von Rocket & Wink, einer kleinen Hamburger Agentur, die zurzeit sowohl im Design als auch in der Werbung und im Kunstbereich Spuren hinterlässt. In diesem Monat ist ihre Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe gestartet. Noch bis zum 1. Dezember zeigt "The Art of Rocket & Wink" die vielfältigen Arbeiten der Kreativschmiede – und dabei handelt es sich keineswegs nur um Kunstprojekte, sondern in vielen Fällen um Auftragsarbeiten für Werbekunden. HORIZONT.NET zeigt ausgewählte Arbeiten. Was für viele nach einem schwierigen Spagat klingen mag, ist für Rocket & Wink "nicht mal ein Zehenspreizen", denn, "diese Spagatvorstellung kommt nur daher, dass hierzulande Kunst- und Werbemarkt als unterschiedliche Segmente gesehen werden, bei denen das eine monetär und das andere ideell dem jeweils anderen überlegen sein soll", sagen die Agenturchefs. "Wir spielen die beiden nicht gegeneinander aus. Das interessiert uns nicht."

Rocket & Wink ist ein Synonym für die Kunstfiguren Gerald Rocketson und Petronius Amund Wink. Ihre richtigen Namen wollen die Agenturgründer nicht in der Presse lesen. Sie haben ein Alter Ego erfunden, weil sie lieber Taten statt Visitenkarten für sich sprechen lassen wollen und sich so freier fühlen. Diese Einstellung ist tatsächlich ein wenig schizophren, denn erstens kennen die Auftraggeber ihre echten Namen und Gesichter und zweitens verweisen Rocket & Wink auf ihrer Homepage nicht ohne Stolz auf ihre großen Erfolge bei Kreativwettbewerben.

Das Spiel mit dem Alter Ego und das damit verbundene Auftreten in Masken ist also vor allem eine Kunst-Inszenierung in eigener Sache und nicht zuletzt ein gelungener PR-Gag. So feiert die Hamburger Lokalpresse die beiden "ästhetischen Handwerker" schon jetzt als "die innovativsten Designer der Hansestadt". Diesen Ruf verdankt Rocket & Wink ihren - zum größten Teil - preisgekrönten Arbeiten für Kunden und Künstler wie Axel Springer ("Die Welt"), Görtz, Fritz-Kola, Jägermeister, das Reeperbahn Festival, Deichkind, Max Herre und Seeed (siehe Motive unten).

Wer so viel Beachtung erfährt, wird auf Dauer nicht gänzlich unerkannt bleiben können. Deshalb haben sich Rocket & Wink kreative Unterstützung geholt, die der Agentur endlich auch ein Gesicht verleiht: Gereon Klug, der zuvor bei der Kolle-Rebbe-Unit Korefe tätig war, verstärkt das Duo als Texter, Manager und Sprachrohr. "Dr. Klug kann ganz gut reden und schreibt Texte, die leider geil sind, was er himself übrigens Deichkind vorgeschlagen hat", verraten Rocketson und Wink. bu

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(Alle Fotos: Rocket & Wink)
(Alle Fotos: Rocket & Wink)

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