Reporter ohne Grenzen Wie DDB mit Patronenhülsen für die Informationsfreiheit kämpft

Dienstag, 22. März 2016
Die Kugelschreiber symbolisieren die 144 im Jahr 2015 getöteten Journalisten
Die Kugelschreiber symbolisieren die 144 im Jahr 2015 getöteten Journalisten
Foto: Screenshot Youtube / Reporter ohne Grenzen Deutschland

Sie starben bei ihrer Arbeit in Kriegsgebieten, ließen ihr Leben beim Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo": Insgesamt 144 Journalisten wurden laut Reporter ohne Grenzen im vergangenen Jahr getötet. Zusammen mit DDB Hamburg hat die Menschenrechtsorganisation nun die Kampagne "The Weapen" gestartet, um ein Zeichen gegen den Angriff auf die weltweite Presse- und Informationsfreiheit zu setzen. Unterstützt wird der Auftritt von bekannten Journalisten wie Giovanni di Lorenzo und Georg Mascolo.
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    (Bild: DDB Hamburg)
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Bei "The Weapen" ist der Agentur nicht etwa ein Rechtschreibfehler unterlaufen. Vielmehr handelt es sich um eine Wortkreation, die die beiden Wörter Waffe (=Weapon) und Stift (=Pen) miteinander verbindet. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen 144 speziell angefertigte Kugelschreiber. Diese stehen symbolisch für die 2015 getöteten Journalisten. Hergestellt wurden die Schreibgeräte aus abgefeuerten Patronenhülsen, die anschließend in Munitionskisten verpackt wurden. Das untenstehende Video zeigt die Produktion der Kulis. Für einen Preis von 129 Euro ist ein solcher Stift im Online-Shop von Reporter ohne Grenzen erhältlich. Die Erlöse aus dem Verkauf kommen verschiedenen Projekten der Menschenrechtsorganisation zu Gute.

"The Weapen ist eine produktgewordene Demonstration, dass die Feder mächtiger ist als das Schwert. Mit dem Erwerb unterstützt man nicht nur die Informationsfreiheit, sondern kann und soll auch direkt in ihrem Auftrag aktiv werden", so Fabian Roser, Kreativgeschäftsführer von DDB Hamburg. Neben ihm verantwortet das Team um die beiden Kreativdirektoren Jan-Hendrik Scholz und Nicolas Schmidt-Fitzner den Auftritt.

Komplettiert wird das Kampagnenpaket von City Light Postern, Print- und Online-Anzeigen sowie Social Media. Auf den Motiven zeigen die prominenten Unterstützer nicht nur Gesicht, sondern haben mit "The Weapen" auch ihre persönlichen Gedanken zum Thema Informationsfreiheit niedergeschrieben. "Wir müssen jeden Tag für die Freiheit der Presse kämpfen – weil sie für Despoten und Diktatoren viel gefährlicher ist als alle Gewehrkugeln, Boykotte und Resolutionen zusammen", formuliert beispielsweise Jörg Quoos, Chefredakteur der Funke Zentralredaktion Berlin.

Weitere Supporter der Kampagne sind neben Quoos und den ebenfalls bereits genannten Giovanni di Lorenzo ("Die Zeit"-Chefredakteur) und Georg Mascolo (Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung) auch der G+J-Journalist Peter-Matthias Gaede, die freie Journalistin und Autorin Gemma Pörzgen sowie der freie Fotograf Jonas Wresch. jeb
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