Rechtsstreit Mediaplus muss für Haribo die Bücher öffnen

Donnerstag, 07. November 2013
Serviceplan-Chef Florian Haller will den Streit mit Haribo ausfechten (Foto: Agentur)
Serviceplan-Chef Florian Haller will den Streit mit Haribo ausfechten (Foto: Agentur)

Die Serviceplan-Tochter Mediaplus muss dem früheren Kunden Haribo Einblick in ihre Geschäftsunterlagen gewähren. Das hat das Landgericht München I in einem Teilurteil im Rahmen des Rechtsstreits beider Firmen angeordnet. Danach muss die Mediaagentur dem Süßwarenhersteller Auskunft über sämtliche Rabatte und sonstigen geldwerten Vergünstigungen erteilen, die sie und die Einkaufsgesellschaft Magna Global Mediaplus von 2004 bis 2008 mit dem Schaltvolumen von Haribo erzielt haben. Das Bonner Unternehmen hatte die Agentur verklagt, weil es der Auffassung ist, dass nicht alle ihm zustehenden Rabatte weitergeleitet wurden. Das sieht Mediaplus anders und betont, stets korrekt gehandelt zu haben. Der Verdacht war bei Haribo entstanden, nachdem eine Mitarbeiterin der Agentur zur hauseigenen Mediaabteilung wechselte.

Die Verantwortlichen der Serviceplan-Gruppe können das aktuelle Teilurteil nicht nachvollziehen. Denn nach einem Zwischenvergleich vor drei Jahren hatte man bereits einem vom Gericht bestellten unabhängigen Gutachter Einblick in alle Unterlagen gewährt. Dies muss jetzt gegenüber Haribo noch einmal wiederholt werden. "Das aktuelle Urteil besagt, dass wir alle kundenrelevanten Rabatte, die wir 2004 bis 2008 anteilig für Haribo erhalten haben, offenlegen sollen. Diese Rabatte wurden aber bereits aufgelistet und dem Gericht vorgelegt", sagt Serviceplan-Chef Florian Haller.

Obwohl beide Vorgänge nicht ganz miteinander vergleichbar sind, gibt es für den Rechtsstreit zwischen Haribo und Mediaplus einen prominenten Präzedenzfall. Vor einigen Jahren stritten Danone und die Mediaagentur Carat ebenfalls über Rabatte. Hier wurde die Mediaagentur Ende 2009 dazu verurteilt, sämtliche Rabatte, auch die nicht kundenbezogenen, offenzulegen. Am Ende einigten sich die beiden Parteien außergerichtlich. Dass es auch im Fall von Haribo und Mediaplus dazu kommt, ist nach Stand der Dinge relativ unwahrscheinlich. Mediaplus scheint fest entschlossen, den Streit vor Gericht auszufechten. Die Agentur wird von der Kanzlei des CSU-Politikers Peter Gauweiler vertreten. mam
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