Ranking Bewegtbild Markenfilm macht den größten Umsatz / Stink holt die meisten Preise

Donnerstag, 25. Juli 2013
Markenfilm-Führungsriege: Johannes Bittel, Oliver Hack, Florian Beisert (v.l.)
Markenfilm-Führungsriege: Johannes Bittel, Oliver Hack, Florian Beisert (v.l.)

Die 30 umsatzstärksten Produktionsfirmen Deutschlands erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2012 rund 320,2 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen sind allerdings nur bedingt vergleichbar, weil einige kleinere Firmen neu dabei sind, während sich etablierte Produktionen wie Silbersee und Partizan dieses Jahr nicht am Ranking beteiligt haben. Das eigentliche Umsatzplus der Branche dürfte also noch etwas höher ausfallen.

Die Top 10 kreativste Bewegtbildproduktionen Deutschlands

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Der anhaltende Aufwärtstrend ist vor allem auf den steigenden Bedarf an Bewegtbildinhalten zurückzuführen. Kaum eine Kampagne kommt heute noch ohne Filmkomponenten aus, die in unterschiedlichsten Medien eingesetzt werden: im TV, online und auf mobilen Endgeräten. Die Produktionsfirmen reagieren auf diesen Trend mit einer breiteren, interdisziplinären Aufstellung. Branchenprimus Markenfilm beispielsweise generiert zunehmend Umsatz mit der auf Transmedia Storytelling spezialisierten Tochterfirma Crossing. Die Werbefilmgruppe mit Hauptsitz in Wedel bei Hamburg führt traditionell das Ranking der Top 30 an. Das Team um die Geschäftführer Florian Beisert, Johannes Bittel und Oliver Hack erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 56,9 Millionen Euro das sind 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Top 10 Werbefilmproduktionen in Deutschland

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Auch die Nummer 2 ist gleich geblieben: Tempomedia liegt mit 32,8 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau. Grund zur Freude gibt es bei E+P Films: Die Produktionsfirma, die im kommenden Jahr ihren 20. Geburtstag feiert, ist nach sieben Jahren in die Top 3 zurückgekehrt. Den größten Sprung nach vorne machte die Berliner Produktionsfirma Jo Schmid: Sie ist von Platz 26 auf 11 hochgeklettert. Das beachtliche Umsatzwachstum von 113,6 Prozent verdankt die Firma der Brüder Michael und Martin Schmid dem komplexen Branded-Content-Projekt "Move On", das Jo Schmid im Auftrag der Deutschen Telekom und DDB Tribal realisiert hat.

Stink-Geschäftsführer Nils Schwemer
Stink-Geschäftsführer Nils Schwemer
"Move On" sorgte nicht nur für ordentlich Umsatz, sondern auch den einen oder anderen Kreativpreis. So konnte Jo Schmid seine Performance nicht nur im Ranking der größten deutschen Produktionsfirmen steigern, sondern auch im Kreativranking Bewegtbild weiter nach vorne kommen. Hier landet das Unternehmen in diesem Jahr auf Rang 7. Den 1. Platz belegt hier wie bereits vor zwei Jahren die Berliner Produktionsfirma Stink, die sich aufgrund ihrer internationalen Networkanbindung allerdings nicht am Umsatzranking beteiligt.

Das Stink-Network mit Hauptsitz in London zählt weltweit zu den renommiertesten Produktionsfirmen und vertritt die besten Werbefilmer der Welt. Zum Portfolio zählen Regisseure wie Vaughan Arnell, Martin Krejci und Ivan Zacharias. Gemeinsam mit den Töchtern Stink Digital und Rokkit holte die Gruppe allein in diesem Jahr 16 Cannes-Löwen. Die Berliner Niederlassung konnte zwar nicht bei den Lions punkten, dafür aber bei allen namhaften nationalen und einigen internationalen Kreativshows. Die Deutschland-Crew rund um Geschäftsführer Nils Schwemer hat unter anderem die vielfach preisgekrönten Hornbach-Spots Festival und Symphony produziert. (Agentur: Heimat).

Auf dem Treppchen folgen im Kreativranking Mr. Bob Films, ebenfalls aus Berlin, sowie die Markenfilm-Gruppe. Mr. Bob räumte in der vergangenen Award-Saison zahlreiche Preise dem Online-Projekt "Don t make-up and drive" ab, das gemeinsam mit DDB Tribal im Auftrag von Volkswagen realisiert wurde. Markenfilm, im Vorjahr die Nummer 1 im Kreativranking, glänzte unter anderem mit dem Branded-Content-Projekt "MacGyver und der neue Citan" für Mercedes-Benz (Agentur: Lukas Lindemann Rosinski).

Bigfish wiederum holte mit dem Smart-Spot "Offroad" (Agentur: BBDO Proximity) zwar in diesem Jahr die einzigen goldenen Cannes-Löwen in der Sparte Film, das Treppchen hat die Berliner Produktionsfirma trotzdem verfehlt. Das Team landet auf Platz 4. Das Unternehmen könnte aber im kommenden Jahr ein heißer Anwärter für die Spitzenposition sein - denn nicht nur Publikumsliebling "Offroad" wird in den kommenden Monaten noch den einen oder anderen Kreativpreis abräumen, sondern sicherlich auch der "Hammer"-Film, den Bigfish im Auftrag von Heimat und deren Kunde Hornbach produziert hat.

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In diesem Jahr ist das Kreativranking Bewegtbild leicht modifiziert worden. So zählen ab sofort weniger Wettbewerbe als bisher und die Award Saison startet nicht mehr mit den Cannes Lions des Vorjahres, sondern endet mit den Lions des aktuellen Jahres. Weiterhin gilt: Es werden alle Preise gezählt, bei denen deutlich zu erkennen ist, dass Bewegtbild zentraler Bestandteil des Gesamtkonzepts ist. Case-Filme, die nur dazu dienen eine Idee zu erklären, werden indessen nicht gewertet. bu

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