Radio Lions Löwen-Funkstille für deutsche Werber

Mittwoch, 18. Juni 2014
In der Kategorie Radio gehen deutsche Agenturen erneut leer aus (Bild: Cannes Lions)
In der Kategorie Radio gehen deutsche Agenturen erneut leer aus (Bild: Cannes Lions)


An der Zahl der Einreichungen kann es nicht liegen. 130 Radiokampagnen schickten deutsche Agenturen nach Cannes - ein Plus von 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Geholfen hat es nichts: Wie schon 2013 geht Deutschland auch dieses Jahr komplett leer aus. Woran das liegen könnte, zeigte der Grand-Prix-Gewinner Lucozade aus Südafrika.
Die drei von Ogilvy & Mather Johannesburg eingereichten Spots für den südafrikanischen Energy Drink überzeugten die Jury nicht durch exotische Inszenierungen oder überraschende Mediastrategien, sondern durch klassisches Handwerk. Jury-Präsident Tony Hertz: "Es ist eine Kampagne, die die Stärken des Mediums nutzt und handwerklich in jedem Aspekt überzeugt hat. Je öfter wir die Spots geört haben, desto besser haben sie uns gefallen."



Hinter dem Kreativerfolg steckt allerdings auch eine strukturelle Vorarbeit der örtlichen Radioindustrie, wie das südafrikanische Jury-Mitglied Vanesse Pearson erklärt. Man habe viel in der Weiterbildung der Kreativen entwickelt, um die beklagenswerte Qualität der Radiowerbung zu verbessern: "Und heute, sieben Jahre später, beginnen wir die ersten Früchte dieses Programms zu sehen." Radio werde von den Agenturen als interessantes Medium gesehen, da sie hier die Chance hätten, kreative Grenzen auszutesten: "Denn es ist ein sehr billiges Medium, was das Risiko für die Kunden klein hält. Und die TV-Werbung wird so von internationalen Kampagen dominiert, dass lokale Agenturen hier nur wenige Gestaltungsmöglichkeiten haben."

Ein Aspekt, den auch Jury-Präsident Hertz unterstreicht. Marketing habe sich weltweit zu einer visuellen Kommunikation entwickelt: "Mit dem Ergebnis, dass es nur sehr wenig Know-How-Vermittlung zum kreativen Handwerk für Radiowerbung gibt. Und dieses Wissensdefizit zeigt sich auch in der Qualität der Einreichungen. Dieses Problem müssen wir dringend lösen." cam
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