Quartalsbilanz Publicis verliert Umsätze - auch in Deutschland

Freitag, 21. April 2017
Maurice Lévy präsentiert zum letzten Mal Quartalszahlen von Publicis
Maurice Lévy präsentiert zum letzten Mal Quartalszahlen von Publicis
© Arthur Delloye
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Publicis Groupe S.A. Maurice Lévy Financial Times


Die französische Werbeholding Publicis hat ihre Geschäftszahlen für das 1. Quartal 2017 vorgelegt. Die Bilanz fällt nicht sonderlich gut aus. Bereinigt um Zukäufe und Akquisitionen meldet der Konzern einen Umsatz von 2,33 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Als Grund nennt Noch-CEO Maurice Lévy große Zurückhaltung von Unternehmen bei Investitionen angesichts einer unsicheren weltpolitischen und ökonomischen Lage.

Die aktuelle Quartalsbilanz ist die letzte, die der 75-Jährige präsentiert. Ende Mai übergibt er den CEO-Posten an Arthur Sadoun und wechselt an die Spitze des Aufsichtsrats. Der Umsatzrückgang bei Publicis hat neben den von Lévy zitierten übergreifenden Ursachen auch hausgemachte Gründe. So wirken sich beispielsweise größere Etatverluste in den USA jetzt voll in der Bilanz aus. Für die Region Nordamerika steht ein Minus von 5 Prozent in den Büchern.

Anders sieht es in Europa aus: Hier konnte Publicis den Umsatz um 5,5 Prozent steigern. Positiv entwickelten sich vor allem der Heimatmarkt Frankreich sowie Italien und Großbritannien. In Deutschland muss Publicis ein Minus von 3,6 Prozent hinnehmen - wegen einer "ungünstigen Vergleichsbasis". In Lateinamerika liegt das Plus bei 4,5 Prozent, in der Region Asia/Pacific bei 0,8 Prozent.

Auch für das 2. Quartal rechnet Publicis nicht mit einer durchgreifenden Verbesserung der Situation. "Die Kunden sind nach wie vor in Wartestellung und ziemlich beunruhigt über die geopolitische Lage", sagte Lévy der "Financial Times". Spürbares Wachstum soll es wohl erst wieder im 2. Halbjahr geben. Auf diese Botschaft setzt offenbar auch der Kapitalmarkt. Trotz der vergleichweise enttäuschenden Zahlen von Publicis zog die Aktie nach Vorlage der Geschäftszahlen um mehr als 2 Prozent an. mam

Update: Inzwischen hat auch Wettbewerber Interpublic seine Zahlen für das 1. Quartal veröffentlicht. Die US-Holding meldet für den Berichtszeitraum ein organisches Wachstum von 2,7 Prozent auf 1,75 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet die Muttergesellschaft von Agenturen wie McCann, FCB, Initiative und UM mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 4 Prozent.      

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