Publicis Wachstum etwas höher als erwartet - dennoch nicht befriedigend

Donnerstag, 12. Februar 2015
Publicis-Chef Maurice Lévy will mit seiner Gruppe 2015 wieder stärker zulegen
Publicis-Chef Maurice Lévy will mit seiner Gruppe 2015 wieder stärker zulegen
Foto: Getty Images, Cannes Lions
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Publicis Groupe S.A. Maurice Lévy Sapient Omnicom


Die französische Werbeholding Publicis meldet für das Geschäftsjahr 2014 ein organisches Umsatzwachstum von 2 Prozent auf 7,26 Milliarden Euro. Damit liegt die von CEO Maurice Lévy geführte Gruppe zwar über dem Zuwachs von zuletzt nur einem Prozent, bleibt aber dennoch hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Hoffnungen machen die Zahlen für das 4. Quartal. Hier verbucht Publicis ein Plus von 3,2 Prozent.
"2014 war ein Jahr mit einigen Schwierigkeiten. Die ersten neun Monate waren ziemlich hart und haben nicht das Wachstum gebracht, das Publicis normalerweise liefert", sagt CEO Lévy. Ende vorigen Jahres hatte der Konzernchef erklärt, dass die Schwächephase von Publicis auch damit zu tun habe, dass man sich im Top-Management zu viel mit anderen Themen beschäftigt habe. Gemeint war die geplante Fusion mit Omnicom, die im Mai aber sang- und klanglos abgeblasen wurde. Über den gescheiterten Deal verliert Lévy jetzt kein Wort mehr. Stattdessen verweist er auf die Potenziale, die sich durch die Anfang dieser Woche abgeschlossene Übernahme der Digitalagentur Sapient ergeben würden. Und das recht vollmundig: "Wir sind die einzige Gruppe, die durch die Kombination von Beratung und Technologie, Strategie und Kreativität, digitalen Fähigkeiten und Know-how im Bereich E-Commerce in der Lage ist, ihren Kunden bei der Transformation zu helfen." 2015 werde die große Geschichte der Integration von Sapient sein - und das Jahr, in dem Publicis wieder zu befriedigenderen Wachstumsraten zurückkehrt, so Lévy. Um die eigene "Uberizierung" zu verhindern, müssten Unternehmen ihre Geschäftsmodelle grundsätzlich überdenken. Dabei will Publicis Partner sein.

Im vergangenen Jahr hat sich die Gruppe vor allem in Europa weiter schwergetan. In der zweitwichtigsten Region für die Holding - hier erzielt sie rund 30 Prozent ihrer Umsätze - ging der Umsatz um 0,6 Prozent zurück. In wichtigsten Markt Nordamerika, der für fast 50 Prozent der Umsätze steht, kommt Publicis auf ein Plus von 2,3 Prozent. Wachstumsstärkste Regionen sind die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) und die unter dem Label MISSAT (Mexiko, Indonesien, Singapur, Südafrika und Türkei) zusammengefassten Länder mit einem Wachstum von mehr als 10 Prozent.

Die Marge von Publicis kann sich nach wie vor sehen lassen. Sie liegt bei 16,4 Prozent und damit deutlich über der von Wettbewerber Omnicom, der Anfang der Woche seine Jahreszahlen gemeldet hatte und eine Marge von 12,7 Prozent ausweist. Zur Publicis-Gruppe gehören das gleichnamige Werbenetzwerk sowie die Kreativgenturen Leo Burnett und Saatchi & Saatchi, die Mediaagenturen Zenith Optimedia und Starcom Media Vest sowie die Digitaldienstleister Razorfish, Rosetta, Digitas LBi und seit kurzem wie erwähnt Sapient. Im Digitalbereich erzielt die Holding aktuell 42 Prozent ihrer Umätze. Zusammen mit Sapient erhöht sich dieser Anteile auf 50 Prozent. mam
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