Publicis Pixelpark Werbeagentur schreibt zum ersten Mal seit Jahren wieder schwarze Zahlen

Donnerstag, 26. Februar 2015
Die Chef von Publicis Pixelpark Horst Wagner (r.) und Dirk Kedrowitsch
Die Chef von Publicis Pixelpark Horst Wagner (r.) und Dirk Kedrowitsch
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Pixelpark Horst Wagner Publicis Deutschland


Dass Horst Wagner und Dirk Kedrowitsch Sanierungsexperten sind, haben sie bereits bei Digital Advertising und Pixelpark unter Beweis stellen können. Seit 2013 dürfen sie sich daran versuchen, Publicis Deutschland wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen. Und glaubt man, was aus dem Umfeld der Networkagentur zu hören ist, dann ist das 2014 gelungen.
Offizielle Zahlen nennt das Unternehmen mit Verweis auf die Vorgaben der börsennotierten Muttergesellschaft nicht. Aber nach Informationen von HORIZONT hat die neu formierte Gruppe Publicis Pixelpark den Honorarumsatz zuletzt um 4 Prozent auf mehr als 80 Millionen Euro steigern können. Noch wichtiger: Zum ersten Mal seit langem verbucht die Agentur wieder einen operativen Gewinn von 2,5 Millionen Euro – exklusive Zenithmedia Düsseldorf, die formal auch zu dem Verbund gehört. Die Marge von knapp über 3 Prozent liegt zwar immer noch deutlich unter der von Networks angestrebten, ist angesichts der Historie aber ein erster Schritt. Zum Vergleich: 2012 und 2011 verbuchten die deutschen Publicis-Werbeagenturen ein Minus von jeweils fast 2 Millionen Euro. 2010 lag das Minus sogar bei 3,6 Millionen Euro. Auch in der Halbjahresbilanz 2014 der inzwischen nicht mehr am geregelten Markt notierten Pixelpark-Gruppe - nach dem Delisting Ende vorigen Jahres können die Aktien nicht mehr frei gehandelt werden - stehen für den Bereich Kommunikation zwar noch rote Zahlen, diese resultieren laut Auskunft der Agentur aber aus steuerlich bedingten Verlustvorträgen.

Die Chefs von Pixelpark und Publicis Horst Wagner (re.) und Dirk Kedrowitsch
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Wie sich die aktuellen Zuwächse auf die Marken Publicis und Pixelpark verteilen, ist nicht bekannt. Operativ tritt man seit Herbst 2014 unter dem gemeinsamen Label Publicis Pixelpark an. Zuletzt konnten Etats und Projekte unter anderem von Barmer GEK, Gravis, Linde, RWE und BMW gewonnen werden. Zudem holte man Zusatzgeschäft von Bestandskunden wie Renault, Commerzbank und Nestlé.

"Wir sind 2014 deutlich weiter gekommen, als alle erwartet haben", sagen die Gruppenchefs Wagner und Kedrowitsch. Trotz der Fusion von zwei jeweils mehr als 400 Mitarbeiter starken Firmen sei es gelungen, sich mit den Kunden und nicht vor allem mit sich selbst zu beschäftigen. Für 2015 erwarten die beiden Manager "eine weitere sehr positive Entwicklung".

Nicht mehr dazu beitragen kann der bisherige Berliner Strategiechef Sebastian Schmidt. Er hat die Agentur verlassen. Unklar ist zudem, wie es mit dem Frankfurter Kreativchef Volker Schrader weitergeht. Auf der neuen Agenturwebsite taucht er bereits nicht mehr auf. Gruppenübergreifend kümmert sich CCO Roland Vanoni um die Kreation - auch in dem Büro am Main, das viel für Nestlé arbeitet. Publicis Pixelpark ist in Hamburg, Frankfurt, München, Erlangen, Berlin, Bielefeld und Köln vertreten. mam
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