Publicis Omnicom Die Fusion wackelt

Dienstag, 29. April 2014
John Wren (l.) und Maurice Lévy haben Probleme mit der Fusion von Omnicom und Publicis
John Wren (l.) und Maurice Lévy haben Probleme mit der Fusion von Omnicom und Publicis

Die Zweifel, die WPP-Chef Martin Sorrell bereits vor Ostern gesät hat, scheinen sich zu bestätigen. Die geplante Fusion der beiden Werbekonzerne Publicis und Omnicom ist ins Stocken geraten. Neben der weiter ausstehenden Genehmigung der chinesischen Kartellbehörden sind jetzt neue Probleme aufgetaucht. Dabei geht es vor allem um bislang ungelöste Steuerfragen, die aus der geplanten Sitzstruktur resultieren. So soll das neue gemeinsame Unternehmen seinen Sitz in den Niederlanden haben, steuerlich aber in Großbritannien registriert werden. Die Zustimmung der Finanzbehörden dazu steht noch aus. Zudem soll es weiterhin operative Zentralen in New York und Paris geben.

Die Publicis-Gruppe sah sich mittlerweile gezwungen, eine präzisierende Erklärung abzugeben. Demnach soll die steuerliche Basis für die französischen Operationen unverändert bleiben - also in Frankreich. Gleichzeitig sollen die durch den Merger anfallenden zustätzlichen Gewinne steuerfrei gestellt werden. Entsprechende Anträge bei den Behörden sind gestellt, aber noch nicht entschieden.

Laut Berichten von Reuters und "Wall Street Journal" sind inzwischen weitere Probleme aufgetaucht. Den Meldungen zufolge können sich die Akteure nicht auf die Besetzung zentraler Positionen einigen, zum Beispiel auf den Finanzchef. Des Weiteren sei unklar, wie die Fusion formal über die Bühne gebracht werden soll, da rechtlich einer der beiden Partner als Käufer auftreten müsse. Laut "Wall Street Journal" liegt die Arbeit mehrerer Arbeitskreise, die den Zusammenschluss organisieren, derzeit auf Eis.

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass der Merger Ende 2013 über die Bühne geht. Später war vom 1. Quartal, dann vom 3. Quartal 2014 die Rede. Zuletzt sah Omnicom-Chef John Wren bei der Vorlage der Geschäftszahlen seiner Gruppe für die ersten drei Monate davon ab, einen Zeitrahmen oder gar einen festen Termin zu nennen. Als Profiteur der Entwicklung darf sich Wettbewerber WPP fühlen. Daraus macht dessen CEO Sorrell in einem Interview mit Reuters keinen Hehl. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Merger seiner beiden Konkurrenten platzt, beziffert er auf 30 bis 50 Prozent. mam
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