Publicis Nachfolge-Traum geplatzt: Die Nummer 2 bei Publicis muss gehen

Dienstag, 16. September 2014
Publicis-Manager Jean-Yves Naouri muss gehen
Publicis-Manager Jean-Yves Naouri muss gehen
Foto: Publicis

Viele Jahre galt er als Kronprinz von Publicis-Herrscher Maurice Lévy. Jetzt ist sein Traum geplatzt, die Nachfolge des Konzernchefs anzutreten: Jean-Yves Naouri, Chief Operating Officer der französischen Werbeholding, wird dem neu formierten Führungsgremium der Gruppe nicht mehr angehören. Womöglich ist seine Abberufung auch als Reaktion auf den gescheiterteren Merger mit Omnicom zu interpretieren.
Die Trennung von Naouri geht einher mit umfassenden Veränderungen im Direktorium von Publicis. Ab sofort gibt es einen erweiterten Führungskreis. Neben CEO Lévy, HR-Chefin Anne-Gabrielle Heilbronner, Saatchi-CEO Kevin Roberts und CFO Jean-Michel Etienne, die das Kernteam bilden, gehören dem Gremium künftig auch Laura Desmond, CEO von Starcom Media Vest, Steve King, CEO von Zenith Optimedia, Arthur Sadoun, CEO von Publicis Worldwide, und Rishad Tobaccowola, Strategiechef der Publicis-Holding, an. Mit Ablauf des Geschäftsjahres 2016 beziehungsweise bis zur Verabschiedung des Jahresergebnisses soll ein neuer CEO für die Holding berufen werden. Bis dahin, also mindestens bis zum 1. Quartal 2017, bleibt Amtsinhaber Lévy auf seinem Posten. Das ist de facto eine Verlängerung seines Mandats. Bislang war man davon ausgegangen, dass er Ende 2015 ausscheidet. Als möglicher Nachfolger gilt Networkmanager Sadoun.

Weitere Veränderungen: Anfang 2015 gibt Roberts seinen Posten als CEO von Saatchi & Saatchi auf und wird Executive Chairman der Saatchi Fallon Group. Gleichzeitig wird er "Head Coach" der gesamten Publicis-Gruppe und soll als Sparringspartner die Top-Führungskräfte des Konzerns "inspirieren". Nachfolger von Roberts als Saatchi-Chef wird der aktuelle Europa-CEO Robert Senior. Er wird unterstützt von COO Chris Foster.

Auch organisatorisch wird umgebaut: So führt Publicis die beiden Digitalagenturen Rosetta und Razorfish unter der Marke Razorfish zusammen. Tom Bernardin, CEO von Leo Burnett, wird beauftragt, sich die geografische und inhaltliche Aufstellung der drei Werbenetworks Leo Burnett, Saatchi & Saatchi und Publicis Worldwide genauer anzusehen. Dabei soll es nicht zuletzt um den Abbau von Doppelstrukturen gehen. Ob es dabei auch zum Rückzug einzelner Marken aus bestimmten Märkten oder zu Zusammenlegungen kommt, bleibt abzuwarten.

Bekräftigt wird die Strategie, den digitalen Anteil des Geschäfts weiter auszubauen. Dafür sind weiterhin Akquisitionen geplant. In welchem Umfang, ist noch unklar. Details dazu sollen zu gegebener Zeit präsentiert werden. mam
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