Publicis CEO Maurice Lévy ist unzufrieden mit dem 1. Halbjahr

Dienstag, 22. Juli 2014
Publicis-Chef Maurice Lévy (Foto: Getty Images, Cannes Lions)
Publicis-Chef Maurice Lévy (Foto: Getty Images, Cannes Lions)

Die französische Publicis-Gruppe schwächelt. Die drittgrößte Werbeholding der Welt verzeichnet im 2. Quartal nur noch ein Umsatzplus von 0,5 Prozent. Damit ergibt sich für die ersten sechs Monate ein Zuwachs von insgesamt 1,8 Prozent auf 3,36 Milliarden Euro. Konzernchef Maurice Lévy zeigt sich wenig erfreut über die aktuelle Entwicklung: "Diese Zahlen erfüllen unsere Ansprüche nicht. Sie entsprechen nicht dem, was wir erreichen können", erklärte der CEO bei der Vorlage der Halbjahresbilanz. Deutlich schwächer als erwartet hat sich vor allem das Geschäft in Europa entwickelt. Hier büßt Publicis im 2. Quartal 2,4 Prozent des Umsatzes ein. Für das 1. Halbjahr ergibt sich in dieser Region ein Umsatzrückgang von 0,3 Prozent. Die wenig erfreuliche Bilanz betrifft auch Deutschland. Hier hat Publicis zuletzt rund ein Prozent der Umsätze verloren. Vergleichsweise enttäuschend haben sich auch die Geschäfte in den Wachstumsmärkten BRIC (Brasilien, Russland, Indien, China) sowie MISSAT (Mexiko, Indonesien, Singapur, Südafrika und Türkei) entwickelt. Hier liegt das Wachstum bei gerade mal 0,4 Prozent. Besser lief es in Nordamerika, wo für den Zeitraum von Januar bis Ende Juni ein Plus von 2,8 Prozent in den Büchern steht.

Maurice Lévy zum 2. Quartal: Wir müssen feststellen, dass es noch etwas schlechter gelaufen ist als erwartet.“
Zu der Gruppe gehören Agenturen wie Publicis, Leo Burnett, Saatchi & Saatchi, Razorfish sowie Zenith Optimedia. CEO Lévy räumt ein, dass die Bilanz schlechter ausfällt als erwartet. Man habe zwar schon Ende vorigen Jahres gewusst, dass das 2. Quartal nicht leicht werden würde. "Wir müssen aber feststellen, dass es noch etwas schlechter gelaufen ist als erwartet", sagt der Konzernchef. Neben der schwachen Entwicklung in Europa und den nicht erfüllten Erwartungen in den Wachstumsmärkten führt er als weiteren Grund an, dass einige Kunden ihre Investitionen unerwartet gestoppt oder zurückgefahren hätten.

Einen größeren Zusammenhang zwischen magerer Geschäftsentwicklung und geplatztem Merger mit Omnicom will Lévy nicht erkennen, wenngleich er zugibt, dass sich das Top-Management bis zur Absage der Fusion im Mai vielleicht etwas zu sehr um dieses Thema und zu wenig ums Tagesgeschäft gekümmert hat. Mit den aktuellen Zahlen im Gepäck dürfte es schwer werden, die angestrebte Wachstumsrate von 4 Prozent für das Gesamtjahr zu erreichen. Nach der Vorlage der Bilanz büßte der Aktienkurs der Gruppe rund 5 Prozent ein.

Publicis-Wettbewerber Interpublic hat seine Zahlen Ende voriger Woche präsentiert. Die US-Gruppe, zu der Agenturen wie McCann, FCB und Lowe gehören, erzielte im 1. Halbjahr ein organisches Wachstum von 5,6 Prozent auf 3,49 Milliarden US-Dollar (2,58 Milliarden Euro). Inzwischen hat auch Omnicom seine Halbjahreszahlen vorgelegt. Der weltweite Umsatz der Muttergesellschaft von Agenturen wie BBDO, DDB und TBWA stieg um 4,8 Prozent auf 7,38 Milliarden US-Dollar (5,45 Milliarden Euro). mam
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