Public Relations Pitchblog lobt und tadelt Ausschreibungen

Freitag, 09. Januar 2015
Rechtsanwalt Ben Irle kümmert sich um das Pitchblog
Rechtsanwalt Ben Irle kümmert sich um das Pitchblog
Foto: Irle Moser LLP
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Das von der Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) initiierte und von der Berliner Kanzlei Irle Moser betriebene Pitchblog veröffentlicht neue Fälle. Erstmals sind auch Beispiele für gelungene Ausschreibungen beziehungsweise positive Reaktionen von Auftraggebern dabei.
So loben die Pitchblog-Macher beipsielsweise die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Diese habe bei der Ausschreibung für einen Kalender 2016 eine "schier unlösbare" Frist für die Erbringung der Leistung gesetzt. Nach der Intervention einiger Bieter wurde die Frist verlängert. Ähnlich hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung reagiert. Hier geht es um eine Kampagne zum Thema nachhaltige Textilien. Die Angebotsfrist war laut Auffassung des Pitchblogs sehr kurz bemessen. Nachdem die Bedenken beim Ministerium vorgetragen wurden, hat dieses die Frist um zehn Tage verlängert. Das gilt allerdings nicht für die Umsetzungsfrist. Auch der geschätzte Auftragswert werde nicht mitgeteilt, sodass Pitchblog trotz der Korrektur eine Neuausschreibung empfiehlt. Auch andere Verfahren werden kritisiert. So zum Beispiel das des Forschungszentrums Jülich. Hier wird eine Agentur für Veranstaltungen gesucht. Allerdings hat es der Auftraggeber laut Pitchblog versäumt, die Aufgabe zu konkretisieren. Dadurch reduziere sich nicht nur die Chance auf eine möglichst hohe Anzahl von Konzeptvorschlägen, sondern es entstehe auch ein Nachteil für interessierte Agenturen gegenüber dem bisherigen Etathalter, so die Plattform-Macher. Die aktuellen Fälle finden Sie hier.

Erfolglos war unterdessen die Fachaufsichtsbeschwerde des Pitchblog-Initiators GPRA beim Bundesversicherungsamt gegen eine Ausschreibung der Bundesinnungskrankenkasse Direkt Gesund (BIG). Der Einspruch wurde von der Behörde als unbegründet zurückgewiesen. Auch der Verdacht gegen das Unternehmen BQ, Hersteller von multimedialen Geräten und 3D-Druckern, hat sich nicht bestätigt. Bei der Ausschreibung im Herbst 2014 stellte das Pitchblog den Vorwurf in den Raum, dass es dem Unternehmen vor allem um den Aufbau eines Medienverteilers gehe - und nicht um die Auswahl einer Agentur.

Dieser Verdacht hat sich nicht bestätigt. Mit Lewis PR hat eine Agentur die Arbeit für BQ aufgenommen. "Bei der Ausschreibung ging aus unserer Sicht alles mit rechten Dingen zu. Der Auswahlprozess war fair und transparent. BQ hat sich für uns entschieden und wir betreuen das Unternehmen in der Pressearbeit", sagt Nilüfer Nasir, Managing Director von Lewis PR. mam

Update: In einer früheren Version dieses Artikels wurde die Fachaufsichtsbeschwerde beim Bundesversicherungsamt dem Pitchblog zugeschrieben. Sie ging aber von der GPRA aus.
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