Product Design Grand Prix für Denim-Projekt von G-Star Raw und Pharrell Williams

Mittwoch, 18. Juni 2014
-
-


Die ersten Produktdesign-Löwen in der Geschichte der Cannes Lions sind vergeben: Die Jury unter Vorsitz von Donghoon Chang, Executive Vice President von Samsung Electronics, hat acht Arbeiten mit einem Award und eine mit dem Grand Prix bedacht. Während Deutschland in dieser Festivalsparte leer ausgegangen ist, wandert der Best-of-Show-Award in die Niederlande: Prämiert wurde das Projekt "Raw for the Oceans", das die Jeansmarke G-Star Raw gemeinsam mit Superstar Pharrell Williams und dessen Firma Bionic Yarn sowie FHV BBDO und Part of a Bigger Plan, beide Amsterdam, auf die Beine gestellt hat.
Hierbei wird Plastikmüll aus dem Ozean geborgen und zu bionischem Garn verarbeitet. Daraus wiederum entsteht Denim für eine umweltfreundliche Jeanskollektion, die ab August erhältlich sein soll. Jurypräsident Chang lobte insbesondere den Nachhaltigkeitsgedanken bei dieser Produktentwicklung. Die Kombination zwischen einer innovativen Technologie und einem echten Mehrwert für Umwelt, Gesellschaft und den Verbraucher überzeugte das Gremium, zu dem auch der deutsche Produktdesigner Wolfgang Wagner, Kreativchef von Design 3 in Hamburg, zählt.

Wagner erläutert, dass der Anspruch seiner Jury darin bestand, Produktinnovationen auszuzeichnen, die sowohl einen Bezug zur Marke haben als auch einen echten Mehrwert für den Verbraucher bieten. Mit der Auswahl der Gewinner sei er zufrieden. Überzeugt habe ihn auch die professionelle Organisation der Cannes Lions, die er bislang nur vom Hörensagen kannte. Nach Wagners Ansicht, habe diese neue Festivalsparte durchaus Potenzial, zumal sich andere Designwettbewerbe in seinen Augen nicht so optimal entwickeln und teilweise inflationär Preise vergeben. Das sei hier nicht der Fall gewesen.

Dass keine deutsche Arbeit unter den Siegern ist, führt er darauf zurück, dass es nicht sonderlich viele Einreichungen gab - nur 14 um genau zu sein. Insgesamt wurden in dieser Kategorie 194 Arbeiten eingesandt. In seiner Branche sei der Wettbewerb kaum bekannt. Er hofft aber, dass sich das nach der gelungenen Premiere nun ändert. Immerhin schaffte es eine deutsche Arbeit auf die Shortlist: dabei handelt es sich um den Protonet-Server von Kolle Rebbe. bu
Meist gelesen
stats