Pressebericht Gehen die Werbeholdings Omnicom und Publicis zusammen?

Samstag, 27. Juli 2013
Omnicom-Chef John Wren ...
Omnicom-Chef John Wren ...

In der Kommunikationsindustrie bahnt sich ein Mega-Deal an. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg planen die Werbeholdings Omnicom und Publicis eine Fusion. Dadurch würde der weltweit größte Branchenkonzern mit einem Marktwert von über 30 Milliarden US-Dollar entstehen, vor dem bisherigen Marktführer WPP. Omnicom und Publicis belegen aktuell die Plätze 2 und 3. Die Gespräche befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, meldet Bloomberg mit Verweis auf eine einzelne mit dem Thema vertraute Person. Allerdings könnten die Pläne auch noch scheitern. Auch die Kartellbehörden müssten einem möglichen Deal noch zustimmen. Die französische Zeitung "Le Monde" meldet unter Berufung auf eigene Quellen, dass der Deal am kommenden Montag bekannt gegeben werden soll. Der Zusammenschluss würde die bislang größte Transaktion der Branche, die Übernahme von Aegis für mehr als 4 Milliarden Euro durch die japanische Dentsu-Gruppe, in den Schatten stellen. Weder von Omnicom noch von Publicis war bislang eine Stellungnahme zu bekommen.

Reizvoll wäre der Merger nicht zuletzt für das Mediageschäft beider Gruppen. Hier würde durch den Zusammenschluss von Marken wie Zenith Optimedia, Starcom und Mediavest (Publicis) sowie OMD und PHD (Omnicom) ein neuer Gigant entstehen. Zuletzt kursierten Gerüchte, Omnicom plane den Aufbau einer dritten Mediaagenturmarke. Größenvorteile spielen für die Agenturen beim Einkauf der Werbeplätze und den entsprechenden Verhandlungen mit den Medien eine wichtige Rolle. Bislang hat auch hier WPP mit seiner Tochter Group M die Nase vorn.

... und Publicis-Chef Maurice Lévy verhandeln offenbar über eine Fusion
... und Publicis-Chef Maurice Lévy verhandeln offenbar über eine Fusion
In anderen Bereichen liegen die Vorteile einer Fusion von Omnicom und Publicis nicht so offen auf der Hand. Vor allem im Digitalgeschäft verfolgt man unterschiedliche Ansätze. Während Omnicom die entsprechenden Kompetenzen bei den Stammarken ansiedelt, setzt Publicis auf eigene Marken für dieses Segment - nicht zuletzt durch Zukäufe wie Razorfish, Digitas, Rosetta und LBi. Auch in Bezug auf die regionale Abdeckung und mögliche Kundenkonflikte ergeben sich Fragen. So arbeitet die Omnicom-Gruppe für Pepsi, im Publicis-Konzern wird Coca-Cola betreut. Auch bei einigen Automarken könnte man sich in die Quere kommen. "Solche Probleme kann man lösen. Genau dafür gibt es ja die Holdings", zitiert Bloomberg einen US-Analysten.

Zu Omnicom gehören die Werbeagenturgruppen BBDO, DDB und TBWA, zu Publicis neben dem gleichnamigen Netzwerk die Agentur Saatchi & Saatchi sowie Leo Burnett. 2012 erzielte Omnicom einen Umsatz von umgerechnet 10,6 Milliarden Euro, bei Publicis waren es 6,6 Milliarden Euro. Im vorigen Jahr gab es Spekulationen, dass Publicis mit US-Wettbewerber Interpublic, Nummer 4 der Branche, zusammengehen wolle. Zu Interpublic gehören unter anderem McCann und Draft FCB sowie die Mediaagenturen Initiative und Universal McCann. mam

Ergänzung: Inzwischen verdichten sich die Anzeichen, dass tatsächlich ein Merger der beiden Gruppen geplant ist. Publicis lädt für Sonntag, 14 Uhr, zu einer Pressekonferenz, bei der eine wichtige Unternehmensnachricht verkündet werden soll.
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