"Positive Stimmung verbreiten" JvM-Kreativer Jens Pfau über die "Supergeil"-Kampagne

Donnerstag, 27. Februar 2014
Jens Pfau ist stellvertretender Geschäftsführer von Jung von Matt/Elbe (Bild: Agentur)
Jens Pfau ist stellvertretender Geschäftsführer von Jung von Matt/Elbe (Bild: Agentur)


Keine Frage: Edekas Musikvideo "Supergeil"
mit dem cool-lässigen Testimonial Friedrich Liechtenstein sowie der dazugehörige Online-Teil ist eine der ausgefallensten und auch viralsten Kampagnen des noch jungen Jahres. Wie die Idee entstanden ist und inwieweit "Supergeil" zur Marke Edeka passt, erläutert Jens Pfau, stellvertretender Geschäftsführer bei der verantwortlichen Agentur Jung von Matt/Elbe. "Sehr geiler Dorsch übrigens" dürfte bereits ein geflügeltes Wort sein: Wie Friedrich Liechtenstein durch einen Edeka-Markt tanzt und die Vorzüge der Eigenmarken des Einzelhändlers besingt, begeistert die Zuschauer landauf, landab. Und das nicht nur in Deutschland: Einige Medien aus dem Ausland, darunter Hausnummern wie Buzzfeed und Mashable, haben bereits über die "Supergeil"-Kampagne berichtet und die Kampagne in den höchsten Tönen gelobt. Für Jens Pfau "eine kleine Sensation": "Wenn nicht einmal der Text verstanden wird, zeigt dies umso deutlicher, wie der Song und das Testimonial den Bauch der Leute treffen. Das freut uns natürlich sehr."

Man könnte also sagen: Jung von Matt und die Musik-Tochter der Agentur White Horse Music haben eine universale Idee erschaffen. Wie kam es dazu? "Gemeinsam mit dem Kunden haben wir nach neuen Wegen gesucht, die Geschichte eines Supermarktes zu erzählen und damit auch junge Zielgruppen mehr anzusprechen", erklärt Pfau. Bei der Ausarbeitung der kommenden Eigenmarken-Kampagne stieß man auf Friedrich Lichtenstein, der in einem Video von "Der Tourist" bereits mit "Supergeil" durch den Untergrund des Internets tanzte. "Für uns eine passende Steilvorlage, deren Potential es nur zu erkennen galt", so Pfau.

Jens Pfau: "'Supergeil' richtet sich nicht nur schubladen-typisch an die 'jüngere online-affine Zielgruppe'. 'Supergeil' ist ein Musikvideo mit eingängigem Pop und damit für jeden da draussen, der Spaß daran hat, wenn eine Marke auf diese Art und Weise kommuniziert."“
Im Netz werden Edeka und Jung von Matt für "Supergeil" frenetisch bejubelt. Eine dabei kontrovers diskutierte Frage ist: An wen richtet sich die Kampagne eigentlicht? An den klassischen Edeka-Kunden? Letztendlich solle sich jeder angesprochen fühlen, "der Spaß daran hat, wenn eine Marke auf diese Art und Weise kommuniziert", sagt Pfau hierzu. Der Kreativchef weiß jedoch auch: "Tante Gertrud zuhause würde 'Supergeil' vielleicht für unpassend halten, und das ist auch völlig in Ordnung. Sie findet andere, für sie passende Inhalte zum Angebot von Edeka." "Supergeil" solle vielmehr positive Stimmung verbreiten und die Produkte feiern, "die viele Leute da draussen bereits kennen und wirklich für sehr geil halten." Der Dorsch lässt grüßen.

Eines ist sicher: Mit "Supergeil" beweist Edeka Mut. Erneut, muss man sagen, man denke etwa an den mittlerweile legendären Kiffer-Spot. Diese Courage und das Vertrauen in den kreativen Dienstleister seien die Grundvorsetzung für Arbeiten wie "Supergeil", findet Pfau: "Die Basis, die diese Kreation ermöglicht, ist eine gute Beziehung mit einem offenem Austausch über die Sicht der Marke und jede Menge gegenseitiges Vertrauen, das für solche Projekte unabdingbar ist. Außerdem müssen sich alle in die Augen sehen können und bereit sein, zu scheitern. Die Gewissheit einen solchen Treffer zu landen, gibt es nicht mit Brief und Siegel." ire
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