Pitchblog GPRA prangert unsaubere Ausschreibungen an

Mittwoch, 14. Mai 2014
GPRA-Chef Uwe Kohrs will für Transparenz bei Pitches sorgen (Foto: Impact)
GPRA-Chef Uwe Kohrs will für Transparenz bei Pitches sorgen (Foto: Impact)

Die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) will gegen aus ihrer Sicht unfaire Pitches und öffentliche Ausschreibungen vorgehen. Dazu hat der Verband zusammen mit der Kanzlei Irle Moser LLP in Berlin eine Plattform im Internet geschaffen (pitchblog.de), auf der die Verstöße öffentlich gemacht werden mit Nennung der jeweiligen Auftraggeber. "Wir wollen uns für Fairness, Transparenz und Chancengleichheit bei der Auftragsvergabe einsetzen", erläutert GPRA-Chef Uwe Kohrs die Idee der Initiative. Zum Start des Pitchblogs stehen drei öffentliche Ausschreibungen in der Kritik: eine vom Auswärtigen Amt, eine von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein und eine vom Marokkanischen Fremdenverkehrsamt. Beim Auswärtigen Amt wird zum Beispiel die zu knappe Frist für die Einreichung bemängelt. Laut Anwalt Ben Irle ein Indiz, dass sich die Verantwortlichen schon für einen Partner entschieden haben könnten.

Rechstanwalt Ben Irle betreut den Pitchblog (Foto: Irle Moser LLP)
Rechstanwalt Ben Irle betreut den Pitchblog (Foto: Irle Moser LLP)
Neben öffentlichen Ausschreibungen sollen auch Pitches aus der Privatwirtschaft kritisch beleuchtet werden. Hier sind die Macher auf die Unterstützung von Agenturen angewiesen, die verdächtige Fälle melden. Um das Tagesgeschäft kümmert sich die Kanzlei, sie übernimmt auch die juristische Überprüfung und bemüht sich vor einer Veröffentlichung um Stellungnahmen der Kunden. Die Tippgeber bleiben anonym.

Ziel ist es, nicht nur unsaubere Wettbewerbe aus dem PR-Bereich, sondern auch aus anderen Disziplinen zu dokumentieren. Dazu steht die GPRA in Kontakt mit anderen Verbänden. Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA hat laut Kohrs aber bereits abgewunken. Die Werbeagenturlobby will das Thema lieber im direkten und vertraulichen Gespräch mit möglichen schwarzen Schafen angehen. "Wir glauben, dass es genügend solcher bilateralen Versuche gegeben hat. Jetzt müssen wir Öffentlichkeit herstellen", sagt Kohrs. mam
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