Pitchblog GPRA kritisiert Telefónica und Dresden Marketing

Montag, 02. Juni 2014
GPRA legt nach
GPRA legt nach

Die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) wirft Telefónica Global Services und Dresden Marketing unsaubere Pitches vor. Die Ausschreibungen beider Auftraggeber sind die jüngsten Beispiele in dem "Pitchblog", den der Agenturverband ins Leben gerufen hat und der von der Kanzlei Irle Moser umgesetzt wird. Mit dem Forum wollen sie auf unfaire Bedingungen bei Auswahlverfahren aufmerksam machen. Beim Pitch von Telefónica wurde eine Agentur für das Social Media Community Management gesucht. Bedingungen für die Teilnahme waren eine Vertraulichkeitserklärung sowie eine Firmenselbstauskunft. Beides ist bei Pitches durchaus üblich. Den Unmut der Initiatoren erregt allerdings die Unausgewogenheit der Rechte und Pflichten.

Während sich die Agenturen zum Stillschweigen verpflichteten, um überhaupt zu erfahren, worum es in dem Pitch geht, erhalte Telefónica in erheblichem Umfang Informationen über die Dienstleister, ohne in gleicher Weise einen vertraulichen Umgang mit diesen Daten zuzusichern, so die Pitchblog-Macher. Zudem würden Informationen abgefragt, deren Erforderlichkeit sich nicht erschließe. Damit eine solche Ausschreibung nicht in den Verdacht gerate, als "Instrument der Ausforschung missbraucht zu werden, bedarf es zwingend eines Gleichgewichts beim Umgang mit Geschäftsgeheimnissen", fordern Irle Moser und die GPRA.

Beim zweiten "Foul Pitch" handelt es sich um eine Ausschreibung der Dresden Marketing GmbH, die für die Jahre 2015 und 2016 eine Agentur sucht, die eine Kampage für das Stadtmarketing entwickelt. Stein des Anstoßes bei diesem Pitch ist, dass bereits in der ersten Runde, bei der die Anzahl der Teilnehmer nicht begrenzt ist, ein komplett ausgearbeitetes visuelles Konzept vorgelegt werden soll - ohne Zahlung eines Pitchhonorars oder Schutz der Kreativleistung.

Kanzlei und Verband sprechen von einem "Klassiker" im negativen Sinn: Pflicht zur Einreichung eines umfassenden Kampagnenkonzepts ohne Vergütung und ohne Begrenzung der Teilnehmerzahl. Der Auftraggeber bekomme auf diese Weise ein fettes Bündel ausgearbeiteter Konzepte zum Nulltarif, während der Großteil der Teilnehmer leer ausgehe, so die Kritik. Alle Infos zu den aktuellen Fällen finden Sie hiermam
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