Pitch-Entscheidung Volkswagen macht SinnerSchrader zur digitalen Leadagentur

Dienstag, 06. Juni 2017
Volkswagen überträgt SinnerSchrader mehr Verantwortung
Volkswagen überträgt SinnerSchrader mehr Verantwortung
Foto: Volkswagen

SinnerSchrader kann sein Geschäft mit dem Volkswagen-Konzern ausbauen. Nachdem Audi die Digitalagagentur bereits letztes Jahr zur weltweiten Leadagentur kürte, hatten die Hamburger um Kreativ-Geschäftsführer Martin Gassner nun auch im Pitch der Marke Volkswagen die Nase vorn.

SinnerSchrader, das zuletzt vor allem mit der Übernahme durch die Beratungsfirma Accenture für Schlagzeilen sorgte, darf sich nach eigenen Angaben ab sofort digitale Leadagentur von Volkswagen nennen. Gut drei Jahre nachdem die Agentur mit Skoda einen Etat aus dem VW-Reich abgab, sind die Hamburger mit dem Konzern nun wieder dick im Geschäft. Wie eine Sprecherin von SinnerSchrader gegenüber HORIZONT Online bestätigt, hat sich die Agentur in einem Pitch gegen mehrere Wettbewerber durchgesetzt.

Die Marketing-Entscheider bei Volkswagen wissen ziemlich genau, worauf sie sich einlassen, denn SinnerSchrader wird nicht das erste Mal für die Marke aus Wolfsburg aktiv. Seit Oktober 2015 arbeitet die Agentur gemeinsam mit VW-Experten unter anderem an einem Online-Konfigurator als Teil der „Next Generation Website“. Dabei haben die Hamburger offenbar keinen schlechten Eindruck hinterlassen. Als neue Leadagentur darf sich SinnerSchrader künftig um die gesamte Website von Volkswagen kümmern.

Für den internationalen Rollout der Website, also die Implementierung in anderen Ländern, ist nach HORIZONT-Online-Informationen aber offenbar nicht SinnerSchrader, sondern DDB zuständig. Der langjährige Agenturpartner von Volkswagen verantwortet auch weiterhin die Digitalkampagnen von Volkswagen sowie die Disziplinen Social Media und Data Analytics. Die Agentur Grabarz Partner, die neben DDB das Gros der klassischen Kampagnen für Volkswagen entwickelt, dürfte im Digitalen ebenfalls für VW aktiv bleiben. 

Vor diesem Hintergrund dürfte der Begriff Lead-Agentur für Stirnrunzeln sorgen - vor allem natürlich bei DDB und Grabarz. Andererseits geht der Auftrag an SinnerSchrader weit über die Mitarbeit an der  „Next Generation Website“ hinaus. Wie die Sprecherin erläutert, hat SinnerSchrader neben der Weiterentwicklung der Website vor allem die Aufgabe, beratend tätig zu werden, dem Konzern bei der digitalen Transformation zur Seite zu stehen und sich um Themen wie User Experience zu kümmern. 

Bei der digitalen Transformation geht es Volkswagen unter anderem um die Entwicklung einer agilen Arbeitsweise. Aus Sicht von Xavier Chardon, Executive Director Global Marketing & Consumer bei Volkswagen, sind effiziente und agile Prozesse für die erfolgreiche Entwicklung nutzerorientierter Produkte entscheidend. SinnerSchrader lebt dies aus Sicht von Chardon vor. "Des Weiteren bringt SinnerSchrader große Erfahrung in den Bereichen Design, Konzeption und Strategie mit und bündelt diese mit hoher technischer Kompetenz", begründet er die Etatvergabe. mas

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