Personaltrends 2016 "Wen agiles Arbeiten nicht beschäftigt, wird auf der Strecke bleiben"

Montag, 07. März 2016
Die Schaffung flexibler Teamstrukturen steht bei den Agenturen ganz oben auf der Agenda
Die Schaffung flexibler Teamstrukturen steht bei den Agenturen ganz oben auf der Agenda
Foto: Colourbox

Neben der Talentsuche gibt es kaum ein weiteres Thema, das beim Gros der Agenturen in diesem Jahr derart im Mittelpunkt steht wie agiles Arbeiten und Teamaufstellung. Fleißig feilen die Dienstleister an ihren Strukturen, um die Arbeitsprozesse an die gewandelten Kunden-, aber auch Mitarbeiterbedürfnisse anzupassen. Wie genau und welche Erfahrungen Agenturen damit bislang gemacht haben, berichten HR-Verantwortlichen und Geschäftsführer im dritten Teil der HORIZONT-Online-Serie Personaltrends 2016.
Sinner Schrader will im Verlauf des Jahres zugunsten der Arbeitsprozesse und Kommunikation das Haupthaus in Hamburg-Ottensen umbauen. "Wir wollen in der Bürogestaltung eine neue Balance zwischen konzentrierter Einzelarbeit und interaktiver Teamarbeit ermöglichen", verrät Personalchefin Peggy Hutchinson. Zudem befinde man sich mitten in einer Scrum-Offensive und bilde die Mitarbeiter mit Pionieren wie James Coplien aus, um den agilen Geist gleichmäßig in alle Disziplinen zu tragen. Auch bei Jung von Matt ist die Agenturstruktur in diesem Jahr ein zentrales Thema, betont Meike Runschke, Head of Talent Management: "Neben den übergeordneten Überlegungen liegt der Fokus unter anderem auf dem Schaffen spezieller Projektflächen, flexibler Teamstrukturen und technologiegestützter Zusammenarbeit."

Personaltrends 2016

Welche Themen beschäftigen Personalverantwortliche und Agenturchefs in diesem Jahr besonders? Welche Talente suchen sie und mit welchen Methoden? Wie verändern die Agenturen sich, um attraktiv für Jobsuchende zu sein? HORIZONT Online hat bei zehn großen Werbedienstleistern nachgefragt und präsentiert die Ergebnisse sukzessive in den kommenden Wochen.
Havas hat agile Arbeitsprozesse bereits im vergangenen Jahr eingeführt, wie Deutschland-CEO Christian Claus berichtet, und damit insbesondere in der Zusammenarbeit mit Kunden bislang sehr gute Erfahrungen gemacht. Noch beeindruckender sei jedoch der interne Effekt.

Für Dirk Kedrowitsch, COO von Publicis Pixelpark, steht fest: "Wen das Thema agiles Arbeiten nicht beschäftigt, wird auf der Strecke bleiben. Mit stereotypen Strukturen gewinnt man heute keinen Blumentopf mehr." jeb

Die vollständigen Antworten lesen Sie hier:

Peggy Hutchinson, Head of HR Sinner Schrader

Peggy Hutchinson
Peggy Hutchinson (Bild: Sinner Schrader)
"Wir planen im Verlauf dieses Jahres einen großen Umbau unseres Haupthauses in Hamburg-Ottensen, um unsere Arbeitsprozesse und Kommunikation noch besser zu unterstützen. Wir wollen in der Bürogestaltung eine neue Balance zwischen konzentrierter Einzelarbeit und interaktiver Teamarbeit ermöglichen. Auch sind wir mitten in einer Scrum-Offensive und bilden unsere Mitarbeiter mit Pionieren wie James Coplien aus, um den agilen Geist gleichmäßig in alle Disziplinen zu tragen."

Christian Claus, CEO Havas Worldwide Germany

Christian Claus
Christian Claus (Bild: Havas)
"Wir haben uns bereits im vergangenen Jahr vom alten Unitmodell verabschiedet und agile Arbeitsprozesse eingeführt. In der Zusammenarbeit mit Kunden haben wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Aufgaben, die uns Kunden heute stellen, werden immer komplexer und lassen sich in der Regel nur noch durch die enge Zusammenarbeit von unterschiedlichen Spezialisten lösen. Noch beeindruckender aber ist der interne Effekt. Die offene, agile Arbeitsweise und eine zentrale, projektorientierte Ressourcen-Planung erlaubt allen Kollegen mit dem Interesse an neuen Bereichen und mehr Verantwortung, diese flexibel und kurzfristig umzusetzen. Das setzt in der Agentur enorme Energien frei - durch die Möglichkeit der Übernahme von mehr Verantwortung und durch bessere Ergebnisse. Dies motiviert zudem weitere Kollegen zur Nachahmung. Diesen Weg werden wir auch in diesem Jahr weiter fortsetzen."

Romy Nickel, Head of HR bei BBDO

Romy Nickel
Romy Nickel (Bild: BBDO)
"Der Wandel bleibt die einzige Konstante. Entsprechend passen wir unsere Agenturstrukturen beständig an, justieren immer wieder nach, schaffen beständig Teams, die souverän und kreativ in sämtlichen Disziplinen agieren. Diesen Anspruch haben wir für unsere Kunden, und das verlangen auch unsere Mitarbeiter von uns. Wir sehen uns da im Vorteil, weil die BBDO Group die Vorzüge eines internationalen Netzwerks mit der Schnelligkeit und Unmittelbarkeit einer inhabergeführten Kreativagentur vereint."

Dirk Kedrowitsch, COO Publicis Pixelpark

Dirk Kedrowitsch
Dirk Kedrowitsch
"Uns beschäftigt das Thema agiles Arbeiten sehr! Und wen es nicht beschäftigt, der wird auf der Strecke bleiben. Mit stereotypen Strukturen gewinnt man heute keinen Blumentopf mehr. Die Anforderungen unserer Kunden verlangen neue Arbeitsweisen und neue Instrumente. Wir arbeiten hier mit allen Standorten an einer stetigen Weiterentwicklung, tauschen uns mit den Agenturen der Gruppe aus, entsenden Kollegen international. Das kostet Zeit und Geld, zahlt sich aber letztendlich aus."

Stefan Kolle, Geschäftsführer Kolle Rebbe

Stefan Kolle
Stefan Kolle (Bild: Foto: Kolle Rebbe)
"Das ist ein sehr wichtiges Thema, mit dem wir uns permanent befassen. Ein konkretes Beispiel: Wir wollen in der Kapazitätenplanung besser werden, um weniger auf Freelancer zurückgreifen zu müssen. Wir prüfen auch die Einführung neuer Projektmanagement-Methoden und -software. Aber diese müssen auch zu den Mitarbeitern, der Agenturkultur und den Kunden passen. Deshalb machen wir keine radikale Strukturreform, sondern optimieren permanent. Das geht soweit, dass wir derzeit auch über das Abschaffen aller Titel diskutieren."

Ute Maria Zankl, Director People Strategy Sapient Nitro

Ute Zankl
Ute Zankl (Bild: Sapient Nitro)
"Agiles Arbeiten und 'connected Thinking' in multifunktionalen, interdisziplinären und internationalen Teams, die über Länder und Kulturgrenzen hinweg flexibel zusammengestellt werden, ist schon seit langem eine der herausragenden Besonderheiten unserer Agentur. Da wir stark wachsen und deshalb neue Mitarbeiter integrieren wollen, ist die Stärkung dieser Arbeitsweise und Unternehmenskultur ein Schwerpunkt unserer diesjährigen Arbeit."

Meike Runschke, Head of Talent Management Jung von Matt

Meike Runschke
Meike Runschke (Bild: Jung von Matt)
"Die Agenturstruktur wird auch in diesem Jahr ein zentrales sein. Neben den übergeordneten Überlegungen liegt der Fokus unter anderem auf dem Schaffen spezieller Projektflächen, flexibler Teamstrukturen und technologiegestützter Zusammenarbeit."

Fabian Roser, Geschäftsführer Kreation DDB Hamburg

Fabian Roser
Fabian Roser (Bild: DDB)
"Agile Arbeitsprozesse sind nunmehr seit einigen Jahren bei den Projekten Standard, zumindest dort, wo es sinnvoll ist. Team- und sogar Standortübergreifende Kollaboration gehören bei DDB ebenso dazu, insofern ist eine übergeordnete Agentur-Struktur nicht unser Thema. Was dagegen anders geworden ist, ist, dass es keine identische Aufstellung mehr für die jeweiligen Kunden gibt. Team-Strukturen differieren sehr stark voneinander, je in Abhängigkeit davon, wie weit die Kunden selber auf dem Weg der digitalen Transformation fortgeschritten sind. Agenturen müssen sich dem Status auf Kundenseite anpassen, um effiziente Prozesse gewährleisten zu können."

Julia Schweizer, Leiterin Recruiting Serviceplan Gruppe

Julia Schweizer und Winfried Bergmann
Julia Schweizer und Winfried Bergmann (Bild: Serviceplan)
"Das Thema ist omnipräsent, da Markt, Unternehmen beziehungsweise Projekte dies einfordern. Immer mehr Kunden fordern eine auf sie speziell zugeschnittene Agenturmannschaft, die per Branchen Know-how, Tätigkeiten, Erfahrungswerten und weiteren Skills zusammengestellt wird."

Felix Schröder, Geschäftsführer Syzygy Deutschland

Felix Schröder
Felix Schröder (Bild: Syzygy)
"Das Thema agiles Arbeiten beschäftigt uns nicht mehr, als in den letzten Jahren auch. Als Kreativ- und Technologie-Dienstleister sind Agilität, Flexibilität und Integration Teil unserer DNA und begleiten uns daher als Konstante."
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