Personaltrends 2016 Kampf um Agentur-Talente tobt weiter

Montag, 29. Februar 2016
Agenturpersonaler und -chefs der HORIZONT-Online-Umfrage
Agenturpersonaler und -chefs der HORIZONT-Online-Umfrage
Foto: Agenturen / eigene Zusammenstellung

Teil zwei der Serie Personaltrends 2016: HORIZONT Online hat sich unter HR-Verantwortlichen und Geschäftsführern umgehört, welche Herausforderungen in diesem Jahr ganz oben auf der Agenda stehen. Die Umfrage zeigt: Der anhaltend steigende Personalbedarf ist und bleibt das Thema Nummer 1. Oder wie es Personalchefin Peggy Hutchinson von Sinner Schrader kurz und knapp beschreibt: "Talente, Talente, Talente".
"In Zeiten des War for Talents ist Recruiting die größte Herausforderung", erklärt Dirk Kedrowitsch, Chief Operating Officer bei der Agentur Publicis Pixelpark, die aktuell 72 offene Stellen im Angebot hat. Unter diesem Stern stünden derzeit alle Themen im HR- und Talentbereich. Kedrowitsch: "Die Agenturen buhlen um die Talente, was die Fluktuation in die Höhe treibt." Das erfordere neue Konzepte - "und mehr Konzentration."

Personaltrends 2016

Welche Themen beschäftigen Personalverantwortliche und Agenturchefs in diesem Jahr besonders? Welche Talente suchen sie und mit welchen Methoden? Wie verändern die Agenturen sich, um attraktiv für Jobsuchende zu sein? HORIZONT Online hat bei zehn großen Werbedienstleistern nachgefragt und präsentiert die Ergebnisse sukzessive in den kommenden Wochen.
Anforderungen an Talente sind gestiegen. "Wir finden immer weniger Menschen, die die notwendigen Qualifikationen und Erfahrungen mitbringen", moniert Meike Runschke. Eine weitere Herausforderung sieht die Personalchefin von Jung von Matt in der Wechselwilligkeit bei Talenten. Der aktuelle Job sei nur eine Option: "Wenige Talente geben sich selbst die Zeit, in einer Position zu reifen, Expertenwissen aufzubauen und wichtige Erfahrungen zu sammeln. Die Zündschnur ist extrem kurz geworden." Auch Serviceplan-Personaler Winfried Bergmann sieht das so: "Der War for Talents ist vorbei - die BewerberInnen haben ihn gewonnen." jeb

Die vollständigen Antworten lesen Sie hier:

Meike Runschke, Head of Talent Management Jung von Matt

Meike Runschke
Meike Runschke (Bild: Jung von Matt)
"Auf der einen Seite ist die Verknappung von Talenten im Markt ein großes Thema für uns. Wir finden immer weniger Menschen, die die notwendigen Qualifikationen und Erfahrungen mitbringen, um eine Position voll auszufüllen. Auf der anderen Seite ist die Wechselwilligkeit bei Talenten omnipräsent. Der aktuelle Job ist nur eine Option. Wenige Talente geben sich selbst die Zeit, in einer Position zu reifen, Expertenwissen aufzubauen und wichtige Erfahrungen zu sammeln. Die Zündschnur ist extrem kurz geworden.

Und last but not least werden wir uns übergeordnet stark mit den Auswirkungen von projektbezogenem Arbeiten auseinandersetzen. Werbung wird immer mehr zu einem projektbasierten Geschäft, in dem Agenturen eine Vielzahl von Experten effektiv zusammenbringen. Das zu organisieren ist wirtschaftlich und inhaltlich eine große Herausforderung."

Agenturpersonaler und -chefs der HORIZONT-Online-Umfrage
Bild: Agenturen / eigene Zusammenstellung

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Winfried Bergmann, Head of Human Resources Serviceplan Gruppe

Winfried Bergmann
Winfried Bergmann (Bild: Serviceplan)
"Es geht auch 2016 darum, die Attraktivität unserer Gruppe für neue KollegInnen (und alle, die es werden könnten) zu steigern, denn der War for Talents ist vorbei - die BewerberInnen haben ihn gewonnen. Deshalb ganz pragmatische Themen: mehr Work-Life-Balance durch flexiblere Arbeitszeiten, den Wissenstransfer zwischen den einzelnen Disziplinen sicherstellen und beschleunigen, sowie spezielle Förderprogramme für High Performer."

Felix Schröder, Geschäftsführer Syzygy Deutschland

Felix Schröder
Felix Schröder (Bild: Syzygy)
"Das ist einfach formuliert und schwer umzusetzen: Die richtigen Leute zu finden! Und 'richtig' hat hier unglaublich viele Facetten. Eine fachliche, sehr gute Expertise ist eine Grundvoraussetzung, macht uns allein aber nicht glücklich. Die passende Haltung, Begeisterungsfähigkeit und die Fähigkeit empathisch zu sein, sind extrem wichtig. Fachwissen kann man aufbauen, Einstellung, Haltung, Charakter nur begrenzt. Hier wird aber der Unterschied gemacht."

Fabian Roser, Geschäftsführer Kreation DDB Hamburg

Fabian Roser
Fabian Roser (Bild: DDB)
"Prinzipiell unterscheiden sich die Themen nicht signifikant vom letzten Jahr. Es geht beim Employer Branding nach wie vor darum, nach außen zu dokumentieren, welches Entwicklungspotential die Werbebranche als Arbeitgeber bietet, da das Berufsbild noch immer zu negativ dargestellt wird. Digitalisierung als separates Thema scheint dagegen überholt, denn es ist schlicht nicht mehr zeitgemäß, überhaupt zwischen Off- und Online zu unterscheiden. Thematisch steht Mobile Marketing für uns im Fokus."

Dirk Kedrowitsch, COO Publicis Pixelpark

Dirk Kedrowitsch
Dirk Kedrowitsch
"In Zeiten des War for Talents ist Recruiting die größte Herausforderung. Unter diesem Stern stehen derzeit alle Themen im HR- und Talentbereich. Die Agenturen buhlen um die Talente, was die Fluktuation in die Höhe treibt. Das erfordert neue Konzepte. Das erfordert mehr Konzentration."

Stefan Kolle, Geschäftsführer Kreation Kolle Rebbe

Überzeugt Kaldewei: Kolle-Rebbe-Chef Stefan Kolle
Überzeugt Kaldewei: Kolle-Rebbe-Chef Stefan Kolle (Bild: Foto: Kolle Rebbe)
"Für viele Jobs in der digitalen Kommunikationslandschaft gibt es noch immer keine entsprechenden Ausbildungsangebote. Das Anforderungsprofil ist häufig auch sehr speziell. Die Herausforderungen bleiben deshalb die gleichen wie im letzten Jahr: Qualifizierte Mitarbeiter finden und parallel verstärkt in Mitarbeiter investieren, um sie weiterzuentwickeln. Außerdem arbeiten wir ständig an der Marke Kolle Rebbe, wir haben eigene Produkte, diverse Start-up Beteiligungen, dieser Bereich ist extrem wichtig, denn er differenziert Kolle Rebbe von Wettbewerbern."

Romy Nickel, Head of HR BBDO

Romy Nickel
Romy Nickel (Bild: BBDO)
"Unsere Agenturgruppe legt dynamisch zu, angetrieben auch durch die aktuellen, zahlreichen Neugeschäftserfolge. Wir stehen vor der besonders schönen Aufgabe, dieses Wachstum zu managen."

Christian Claus, CEO Havas Worldwide Germany

Interimschef Christian Claus wird jetzt CEO
Interimschef Christian Claus wird jetzt CEO (Bild: Havas)
"2016 wird für Havas Worldwide richtungsweisend. Nachdem wir das vergangene Jahr genutzt haben, um uns am Hauptstandort Düsseldorf neu aufzustellen und unser Angebot im Bereich PR/Corporate in Deutschland zu optimieren, gilt es diesen Weg in diesem Jahr konsequent fortzusetzen, das heißt die digitale Transformation weiter zu forcieren und das Leistungsportfolio um relevante Angebote zu ergänzen."

Peggy Hutchinson, Head of HR Sinner Schrader

Peggy Hutchinson
Peggy Hutchinson (Bild: Sinner Schrader)
"Talente, Talente, Talente – unser Ziel ist, eine noch größere Sichtbarkeit für uns im Markt herzustellen. Hier bespielen wir natürlich die digitalen Plattformen, schaffen aber gleichzeitig mit vielen eigenen Veranstaltungen Möglichkeiten für persönliche Begegnung. Bei unseren bestehenden Talenten beschreiten wir auch neue Wege der Mitarbeiterentwicklung, um agiles Arbeiten noch stärker in den Projektalltag zu integrieren."
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