PSA-Konzern Mediacom gewinnt Media-Etat von Opel

Mittwoch, 22. November 2017
Ople-Marketingchef Peter Küspert arbeitet jetzt auch mit Mediacom zusammen
Ople-Marketingchef Peter Küspert arbeitet jetzt auch mit Mediacom zusammen
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Eine Riesenüberraschung ist es nicht, für die Agentur Mediacom ist es dennoch ein wichtiger Erfolg. Der Autobauer Opel/Vauxhall vergibt nach einem umfangreichen Auswahlprozess seinen europaweiten Mediaetat an die Group-M-Tochter. Diese Entscheidung war von vielen Beobachtern erwartet worden, da die Agentur bereits die Opel-Konzernmutter PSA betreut.
Nach den mehrfach überaus deutlich vorgetragenen Sparankündigungen des neuen Chefs in Rüsselsheim, Michael Lohscheller, und seines Vorgesetzten Carlos Tavares lag es nahe, dass die Mandate gebündelt werden, um so viele Kosteneffekte wie möglich zu erzielen. Daraus macht auch Peter Küspert, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Opel, keinen Hehl. "Bei der Vorstellung unseres Zukunftsplans Pace haben wir angekündigt, die Effizienz unserer Marketingausgaben deutlich zu steigern. Mit der Bündelung unseres Werbevolumens innerhalb der Groupe PSA erzielen wir große Synergien, die bereits ab dem Jahresbeginn 2018 unsere Kosteneffizienz deutlich verbessern werden."
Das Mandat gilt für mehr als 30 Märkte und ist ab dem 1. Januar kommenden Jahres wirksam. Das europaweite Mediabudget für die Marken Opel und Vauxhall liegt Schätzungen zufolge bei rund 380 Millionen Euro. Der weltweite Etat für die PSA-Marken Peugeot, Citroën und DS liegt laut Recma-Daten bei rund 875 Millionen Euro. Zusammen ergibt sich also ein Volumen von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Welche finanziellen Zugeständnisse die Agentur machen musste, um sich das Paket zu sichern, ist nicht bekannt. Es ist aber kein Geheimnis, dass Pitches dieser Größenordnung nicht zuletzt über die Konditionen entschieden werden. In der Situation, in der sich Opel befindet, dürfte das erst recht der Fall sein.

Für das Mediacom-Network ist die Vergabe dennoch ein großer Erfolg, nicht zuletzt für die deutsche Niederlassung um den neuen CEO Tino Krause. Sie hatte 2016 den Großkunden Volkswagen an Wettbewerber PHD aus der Omnicom-Gruppe verloren. Zuletzt musste sie auch die Deutsche Telekom an ihre Schwesteragentur Mindshare abgeben. Aufatmen dürften nicht zuletzt die Mitarbeiter, denn nach dem Opel/Vauxhall-Gewinn ist erst mal nicht mit Stellenstreichungen zu rechnen. Das Nachsehen hat dagegen der bisherige Etathalter Carat. Ob es auch bei den Kreativagenturen zu Bündelungen kommt, ist nicht bekannt. Hier sind vor allem Scholz & Friends und Heimat an Bord. mam
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