P&G-Mediapitch Omnicom sichert sich Löwenanteil des Nordamerika-Geschäfts

Dienstag, 08. Dezember 2015
Die Zentrale von Procter & Gamble in Cincinnati
Die Zentrale von Procter & Gamble in Cincinnati
Foto: P&G

Die Omnicom Media Group ist der große Gewinner eines Pitches, in dem Procter & Gamble sein nordamerikanisches Mediageschäft ausgeschrieben hatte. Einem Bericht von "Adage" zufolge hat sich die Agenturgruppe den Löwenanteil des zuletzt mehr als 2,5 Milliarden Dollar schweren Etats gesichert. Das Mandat umfasst die Regionen USA, Kanada und Puerto Rico. Omnicom plant nun die Gründung einer neuen Media-Unit für den Großkunden.
Damit würde man eventuellen Interessenkonflikten einigermaßen aus dem Weg gehen: Die Omnicom-Agenturen PHD und OMD betreuen bereits Kunden wie SC Johnson, Unilever und Henkel - alles Wettbewerber von P&G. Der Kunde wiederum würde von einem speziell auf ihn zugeschnittenen Dienstleister profitieren. Im vergangenen Jahr gab P&G in den USA 2,66 Milliarden US-Dollar für Media aus. Nach dem Verkauf weiter Teile des Pflege- und Duftportfolios an Coty, darunter die Haarpflege-Marke Wella, dürfte dieser Betrag in diesem allerdings etwas kleiner sein. Etwa ein Drittel des Etats sicherte sich Carat. Die zum Dentsu Aegis-Netzwerk gehörende Mediaagentur war bereits zuvor für P&G tätig. Großer Verlierer des Pitches ist Starcom Mediavest. Die Publicis-Tochter hielt zuvor den größten Teil des Etats und wird sich laut "Adage" künftig lediglich um einige wenige Marken kümmern dürfen. Ein Zusammenhang mit der massiven Umstrukturierung, die bei Publicis ansteht, und der Pitch-Entscheidung bestehe nicht, wie Holding-Chef Maurice Lévy dem US-Branchendienst sagte. Publicis wird als Dachmarke für Säulen des Unternehmens agieren. Dazu gehört auch Publicis Media mit Agenturen wie Starcom Mediavest, Zenith Optimedia, Vivaki und Performics. An der Spitze steht CEO Steve King, bislang Chef von Zenith Optimedia.
David Taylor, CEO Procter & Gamble
Bild: P&G

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Die Pitch-Entscheidung kommt zu einer Zeit, da Procter & Gamble seine Agenturbeziehungen weltweit neu ordnet. Im Frühjahr hatte CFO Jon Moeller angekündigt, das Marketing effizienter und effektiver aufstellen zu wollen. In diesem Zuge sollten bis zu 500 Millionen Dollar bei den Dienstleistern eingespart werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat P&G die Zahl seiner Agenturen weltweit um 40 Prozent eingedampft und dabei laut "Adage" bereits etwa 300 Millionen Dollar eingespart. ire
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