Omnicom US-Werbeholding wächst nur langsam

Freitag, 19. Juli 2013
Omnicom-Chef John Wren
Omnicom-Chef John Wren

Die US-Werbeholding Omnicom kämpft weiter mit den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Im 1. Halbjahr konnte die Muttergesellschaft von Agenturen wie BBDO, DDB, TBWA und OMD den Gewinn nur leicht um 1,5 Prozent auf 495 Millionen US-Dollar (377 Millionen Euro) steigern. Der Umsatz erhöhte sich um 2,4 Prozent auf rund 7 Milliarden Dollar (5,34 Milliarden Euro). Damit liegt die Nummer 2 im Markt (hinter WPP) zwar immer noch deutlich vor Publicis, ist bei Umsatz und Ertrag aber weniger stark gewachsen als der französische Wettbewerber. Im 1. Halbjahr konnte Omnicom vor allem in den Bereichen Werbung, Digital und bei den Spezialdisziplinen zulegen. Auf regionaler Ebene hat sich das Geschäft in den USA und in Großbritannien am besten entwickelt. In der Euro-Zone setzt sich der Umsatzverlust dagegen fort. Hier sinken die Einnahmen um 3,4 Prozent.

Anders als die härtesten Wettbewerber operiert Omnicom kaum mit separaten Marken für das Digitalgeschäft, sondern versucht, diese Kompetenzen in den Stammagenturen zu etablieren. Zu leiden hatte Omnicom zuletzt unter dem Verlust des weltweiten Chevrolet-Etats, der künftig von der Interpublic-Agentur McCann betreut wird. Außerdem büßte die Omnicom-Tochter BBDO wichtiges Geschäft bei Procter & Gamble (Gillette) ein.

In einer Telefonkonferenz mit Analysten verwies Holding-Chef John Wren noch einmal auf den hohen Druck, der von den Einkaufsabteilungen der Kunden ausgeht. Auch die Zahlungsfristen werden von den Agenturen immer wieder kritisiert. "Wir sind keine Bank. Wer uns behandelt wie eine Bank, soll zu einer Bank gehen", zitiert "Ad Age" den Omnicom-Chef. Auch WPP-Boss Martin Sorrell hatte sich zuletzt ähnlich geäußert. mam
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