Ogilvy und Universal McCann betroffen Media-Markt überprüft Agenturbeziehungen

Donnerstag, 15. Januar 2015
Szene aus einem aktuellen Spot von Media-Markt
Szene aus einem aktuellen Spot von Media-Markt
Foto: Media-Markt
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McCann Media-Saturn Ogilvy & Mather Wolfgang Kirsch


Media-Markt stellt offenbar seine Agenturen auf den Prüfstand. Das berichtet "New Business". Dem Branchendienst zufolge sind von der Sondierung sowohl die kreative Leadagentur Ogilvy & Mather also auch Mediapartner Universal McCann betroffen. Vom Unternehmen war bislang noch keine Bestätigung zu bekommen. Auch Ogilvy hat sich auf Anfrage noch nicht dazu geäußert.
Hintergrund sei die Neuausrichtung der Metro-Tochter. Diese hatte sich im vergangenen Jahr auf die Fahnen geschrieben, mit einer Umstrukturierung die "Umwandlung zu Europas führendem Multichannel-Händler im Bereich der Unterhaltungselektronik" weiter voranzutreiben. Bereits 2012 hatte sie damit begonnen. "Multichannel ist nicht nur unser Angebot an die Kunden, wir verankern die Strategie nun auch in der DNA unseres Unternehmens", so Horst Norberg, damaliger CEO der Media-Saturn-Holding, im April. Schon damals wies Norberg darauf hin, dass die Iniativen "die konsequente Ausrichtung aller Angebote am Kaufprozess über alle Kanäle und Kontaktpunkte mit den Kunden hinweg und die Verknüpfung der Verkaufs- und Kommunikationskanäle" betreffen. Nun wird das offenbar konkret. Denkbar ist in diesem Zusammenhang, dass Media-Markt mit der digitalen Expertise seines Kreativpartners Ogilvy unzufrieden ist. Genau mit dieser nämlich überzeugte die WPP-Agentur das Unternehmen im Jahr 2011 und löste damals die bisherige Leadagentur Kemper Trautmann (heute Thjnk) ab. Universal McCann ist bereits seit 2003 bei Media-Markt an Bord.

Wolfgang Kirsch, CEO Media-Saturn (Bild: Unternehmen)
Wolfgang Kirsch, CEO Media-Saturn (Bild: Unternehmen)
Seit Ogilvy am Ruder ist, hört man immer wieder Stimmen, die Kampagnen von Altbetreuer Kemper Trautmann seien lustiger gewesen. Im Exklusiv-Interview mit HORIZONT im August 2014 verheimlichte Wolfgang Kirsch, CEO von Media-Saturn, nicht, dass nicht alles vom Start weg erfolgreich war. So urteilte er über die erste Kampagne der Leadagentur Ogilvy Frankfurt: "Unser Strategiewechsel war vielleicht etwas zu ruppig, zu aggressiv und die Kampagne war ein bisschen zu intellektuell." Dennoch sei der Schritt damals notwendig gewesen: "Wir haben in unserer Preiswahrnehmung wieder deutlich zugenommen."

Im Oktober startete das Unternehmen zusammen mit Ogilvy und Universal McCann seine neue Kampagne mit dem Claim "Wer will, der kriegt. Im Markt. Im Netz. Jederzeit." (siehe Spot oben). Statt wie bisher mit der Media-Markt-WG vor allem junge, onlineaffine Kunden anzusprechen, will Media-Markt mit Hilfe dieser Kampagne wieder Konsumenten aus allen Alterschichten erreichen. Die Marken Saturn und Redcoon (Leadagentur Serviceplan) sind laut dem Medienbericht nicht von der Sondierung betroffen. jm
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