Ogilvy-Chef Strerath "OWM verhält sich wie ein trotziges Kind"

Mittwoch, 18. September 2013
Thomas Strerath ist auch mit dem Konzept der Dmexco selbst ins Gericht gegangen
Thomas Strerath ist auch mit dem Konzept der Dmexco selbst ins Gericht gegangen


Ogilvy-Chef Thomas Strerath ist bekannt für klare Worte. Diesem Ruf ist er auch auf der Dmexco wieder gerecht geworden. Den Unmut des Agenturmanagers hat sich der Kundenverband OWM mit seiner Kritik an Online-Werbung und der Forderung nach besseren Wirkungsnachweisen zugezogen. "Die OWM verhält sich wie ein trotziges Kind, das auf den Boden stampft und endlich Beweise sehen will", sagte Strerath in einer Diskussionsrunde mit Agenturkollegen.
Hinter der Forderung der OWM stehe ein völlig falsches Verständnis von der Rolle des Internets. "Das Web funktioniert nicht nach dem Motto: anhauen, umhauen, abhauen", so Strerath weiter, schließlich habe der Verbraucher die Möglichkeit, sich jederzeit zu entziehen. "Die Werbungtreibenden müssen sich von der Denke verabschieden, dass sie - nur weil sie das Geld haben - die Verbraucher zum Kauf ihrer Produkte dressieren können wie einen Hund", schimpft Strerath. Vielmehr gehe es darum, mit überzeugenden Inhalten im Netz zu punkten und so das Interesse der Leute zu wecken.

In diesem Zusammenhang spart Strerath auch nicht mit Kritik an der Dmexco und ihren Machern. Bei ihnen scheine ein falsches Verständnis des Begriffs Marketing vorzuliegen, findet der Ogilvy-Chef. Nach seiner Definition bedeute Marketing - in Anlehnung an Agenturgründer David Ogilvy - einen Mehrwert für Unternehmen, Produkte oder Dienstleistungen zu schaffen. "Bei dieser Messe geht es aber in weiten Teilen darum, wie ich zu möglichst geringen Kosten unwillige Verbraucher erreichen und ihnen noch mehr verkaufen kann. Das hat mit Mehrwertgenerierung nichts zu tun", so Strerath. mam
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