Ogilvy CEO Ulrich Klenke steigt aus / Managementteam übernimmt

Mittwoch, 19. Juli 2017
Ogilvy-Chef Ulrich Klenke hat seinen Vertrag gekündigt
Ogilvy-Chef Ulrich Klenke hat seinen Vertrag gekündigt
Foto: Ogilvy
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Ulrich Klenke Ogilvy Gerücht WPP


Gerüchte waren in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder zu hören. Jetzt kommt es tatsächlich so: Ulrich Klenke, CEO der deutschen Ogilvy-Gruppe, verlässt die WPP-Tochter. Das bestätigt er auf Anfrage. Er habe seinen Vertrag bei der Agentur gekündigt, teilt er mit. Zu den Hintergründen für diesen Schritt hält er sich jedoch bedeckt.
Ein Grund für die Trennung dürfte allerdings sein, dass man sich nicht auf die Umsetzung des neuen Dachmarkenmodells für Ogilvy einigen konnte. Offenbar hatten Klenke und die internationale Führung des Networks hier unterschiedliche Vorstellungen. Der weltweite CEO John Seifert hatte der Gruppe Anfang des Jahres eine neue Aufstellung verordnet. Nach Seiferts Vorstellungen sollen alle Ogilvy-Marken unter ein Dach kommen und die Agentur als ein einzelnes integriertes Unternehmen am Markt auftreten.
In Deutschland sollte das neue Modell bis Ende des Jahres stehen. In einem Interview mit Horizont zur geplanten Umsetzung hatte Klenke gesagt, dass es zwar einen Rahmen, aber kein definiertes Modell für die einzelnen Märkte gebe. "Es darf auf keinen Fall eine Group Soup werden, in der alles verschwimmt", sagte Klenke damals. Womöglich ist es jetzt über die konkrete Ausgestaltung des Modells zum Bruch gekommen. Von Ogilvy gibt es bislang kein offizielles Statement zum Ausstieg von Klenke. Bislang war dort niemand für eine Stellungnahme erreichbar. (Update: Inzwischen hat sich Kreativchef Stephan Vogel gemeldet, siehe unten).

Wann genau der bisherige CEO ausscheidet, ist noch nicht bekannt. Sein Vertrag läuft dem Vernehmen nach noch bis Ende Januar 2018. Dass er diesen vollständig erfüllen wird, gilt aber als unwahrscheinlich. Vielmehr ist mit einer baldigen Freistellung zu rechnen. Zuletzt war mehrfach zu hören, dass es Klenke auf Kundenseite zurückziehen soll. Spekulationen, dass er bereits ein neuen Job hat, erteilt der 45-Jährige allerdings eine klare Absage. Klenke kam im April 2015 als Nachfolger von Thomas Strerath (heute Vorstand bei Jung von Matt) zu Ogilvy. Er wechselte seinerzeit von der Deutschen Bahn, wo er das Konzernmarketing verantwortete.

Unklar ist auch, wer seine Nachfolge bei Ogilvy antritt. Im Zuge der Zusammenführung aller Marken wäre eine denkbare Option, dass der bisherige Ogilvy-One-Chef Chai Sinthuaree die Gruppenführung übernimmt. Dagegen spricht allerdings, dass er außerhalb der eigenen Zunft ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt und relativ unbekannt ist. Sollte sich bis zum offiziellen Ausstieg von Klenke kein neuer CEO finden, dürfte erst mal wieder die verbliebene Führungsmannschaft um Finanzchef Helmut Hechler die Leitung übernehmen. mam

Update: Auch Ogilvy-Kreativchef Stephan Vogel bestätigt inzwischen die Kündigung von CEO Ulrich Klenke. Der Schritt treffe die Agentur aber nicht unvorbereitet, vielmehr sei man darauf eingestellt. Ab sofort gibt es keinen Einzel-CEO mehr für die deutsche Gruppe, sondern angepasst an die neue Struktur ein Führungsteam mit Strategiechefin Monika Saeger, Michael Kutschinski und Chai Sinthuaree (beide Ogilvy One), Finanzchef Helmut Hechler und Vogel selbst. Dabei übernehmen Saeger als Sprecherin der Geschäftsführung und Sinthuaree als CEO herausgehobene Rollen. Die Sprecherin der Geschäftsführung soll eher nach außen und der CEO eher nach innen wirken. Die Gruppe will sich künftig - gemäß der internationalen Vorgaben - stärker um einzelne Kunden und Projekte organisieren und die bisherigen Strukturen auflösen.
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