Nomen est omen Kempers Opel-Agentur heißt André

Montag, 14. April 2014
Vorbei mit locker-lässig: Kemper muss sich um André kümmern (Bild: Holde Schneider)
Vorbei mit locker-lässig: Kemper muss sich um André kümmern (Bild: Holde Schneider)

Vergangenen Donnerstag hatte Opel-Marketingvorstand Tina Müller im HORIZONT-Interview die wichtigsten Details des Deals mit Ex-Thjnk-Aufsichtsrat André Kemper erläutert. Nun ist auch das letzte Detail publik: André heißt die Agentur, die künftig gemeinsam mit Scholz & Friends die Opel-Werbung weiter nach vorne bringen soll. Dass Agenturen nach ihren Gründern genannt werden, ist gang und gebe. Bislang wurden aber immer die Nachnamen benutzt. André Kemper wäre kein guter Kreativer, wenn er auch in Sachen Namensgebung keine gute Idee gehabt hätte. André heißt die Agentur, an der er 20 Prozent, die WPP-Holding Commarco 80 Prozent Anteile hält. Motto: Wo André draufsteht, ist Kemper drin.

Zur Positionierung der Neugründung sagt Christian Tiedemann, Co-CEO der Commarco Group: "André ist eine Agentur die vor allem Spezial-Wissen im Bewegtbild-Bereich über alle Kanäle hinweg bündelt. Mit der Neugründung entsteht keine weitere Full-Service-Agentur unter dem Commarco-Dach, sondern eine kleine, bewegliche Kreativ-Einheit, die auf individuell ausgesuchten Projekten tätig wird." Zunächst werde die Agentur schwerpunktmäßig für den Kunden Opel arbeiten. Tiedemann erwarte aber, das künftig auch neue Kunden das Spezial-Angebot von André attraktiv finden. Ein eigenes Honorar erhält André vom Startkunden nicht, die Vergütung erfolgt über Commarco: "Wir haben mit Opel für die kommenden Jahre ein Leistungspaket verabredet. In diesem Leistungspaket unserer Gruppe ist die Arbeit der Agentur André inkludiert."

Grundsätzlich könnten Kemper und sein Team die umfassende Expertise von Scholz & Friends sowie von allen anderen Commarco-Gesellschaften nutzen. Für Fälle der gruppenweiten Kooperation gäbe es eine "Friendly-rate", so Tiedemann, "auf Grundlage derer der Leistungsaustausch der Konzerntöchter vergütet wird."

Kemper selbst wird bereits ab Mai für Commarco tätig sein. Seine Agentur soll spätestens im September ihre Tore öffnen. André - das ursprünglich geplante Label Opel Garage war aus rechtlichen Gründen nicht möglich - wird nobel residieren: direkt über dem Apple Store am Hamburger Jungfernstieg, gleich um die Ecke von Kempers früherer Wirkungsstätte Thjnk. Dort war der 51-Jährige Anfang März nach längerem Hin und Her recht schmucklos ausgeschieden. Nach seinem Prügelauftritt beim Wiener Opernball erhöhte sich der Druck, schnell eine Lösung zu finden.

In der neuen Konstellation wird Kemper wieder für seine frühere Kundin Tina Müller tätig. Sie verantwortet als Vorstand das Marketing von Opel. Schon während ihrer Zeit bei Henkel haben die beiden eng kooperiert. "Ich freue mich, dass wir diese erfolgreiche Zusammenarbeit jetzt fortsetzen können", so Müller gegenüber HORIZONT.

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