Neuer Rechtsstreit Ex-CEO Andreas Bölte verklagt Dentsu Aegis Network

Donnerstag, 05. März 2015
Andreas Bölte fordert offenbar noch Geld von seinem früheren Arbeitgeber Dentsu Aegis Network
Andreas Bölte fordert offenbar noch Geld von seinem früheren Arbeitgeber Dentsu Aegis Network
Foto: Agentur
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Andreas Bölte Aleksander Ruzicka Aegis Media


Die Agenturgruppe Dentsu Aegis Network (DAN) kommt nicht zur Ruhe – zumindest juristisch. Nachdem das Landgericht Wiesbaden vorige Woche die Schadenersatzklage gegen den früheren CEO Aleksander Ruzicka abgewiesen hat, steht das nächste Verfahren ins Haus. Diesmal tritt DAN aber nicht als Kläger auf, sondern sieht sich Forderungen ausgesetzt.
Andreas Bölte, bis Sommer 2014 Chef der Gruppe in Deutschland und Zentraleuropa, hat seinen ehemaligen Arbeitgeber verklagt. Die Verhandlung findet Anfang Mai ebenfalls vor dem Landgericht Wiesbaden statt. Worum es in dem Rechtsstreit im Detail geht, ist unklar. Offenbar erhebt Bölte aber noch Anspruch auf Zahlungen aus seiner Tätigkeit für das Unternehmen. Auf Anfrage wollen sich weder der Ex-Manager noch DAN zu den Einzelheiten äußern. Die Agentur lässt durch ihren Anwalt lediglich erklären, es sei nicht ungewöhnlich, dass nach Trennungen von Führungskräften Meinungsverschiedenheiten rechtlicher Natur auftreten. Bölte war im August vorigen Jahres "aus persönlichen Gründen" bei DAN ausgeschieden. Seine europäische Rolle übernahm damals der Däne Lars Bo Jeppesen. Neuer Deutschland-CEO wurde vor kurzem Zoja Paskaljevic.

Dass es einen Zusammenhang zwischen dem Rechtsstreit und drastisch erhöhten kundenbezogenen Rückstellungen in der Bilanz von Aegis Media für 2012 gibt, verneint die Agentur. Diese Rückstellungen berücksichtigen ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Für das genannte Jahr belaufen sie sich auf 7,3 Millionen Euro. 2011 waren es 1,2 Millionen. DAN begründet diese Steigerung von mehr als 500 Prozent mit internen Umstrukturierungen.

Unter der Position kundenbezogene Rückstellungen werden in der Regel zum Beispiel Gewährleistungen für Kampagnen zusammengefasst, bei denen die versprochenen Leistungswerte nicht erreicht wurden – oder andere mögliche Nachforderungen von Kunden. In Bezug auf Mediaagenturen wird immer wieder diskutiert, inwieweit die in Pitches gemachten Konditionenzusagen im operativen Geschäft tatsächlich erfüllbar sind.

Unterdessen hat DAN beim Oberlandesgericht Frankfurt Berufung gegen das Urteil im Schadenersatzprozess gegen Ruzicka eingelegt. Die Vorinstanz hatte die Klage abgewiesen und die Ansprüche als nicht schlüssig begründet eingestuft. DAN hatte von ihrem wegen der Veruntreuung von 37 Millionen Euro inhaftierten Ex-CEO Schadenersatz in Höhe von 20 Millionen Euro gefordert. mam
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