Neue PR-Agentur GGH Mullen Lowe und Golin machen gemeinsame Sache / Uta Behnke übernimmt die Leitung

Donnerstag, 07. April 2016
Uta Behnke leitet Golin Deutschland. Sie berichtet an Europachef Matt Neale (l.) sowie den Joint-Venture-Partner Benedikt Holtappels, CEO von GGH Mullen Lowe
Uta Behnke leitet Golin Deutschland. Sie berichtet an Europachef Matt Neale (l.) sowie den Joint-Venture-Partner Benedikt Holtappels, CEO von GGH Mullen Lowe
Foto: Golin Deutschland
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Spekuliert wurde bereits darüber, seit heute ist es offiziell: GGH Mullen Lowe und das internationale PR-Netzwerk Golin haben ein Joint Venture gegründet. Die beiden Schwesteragenturen aus der Interpublic-Holding wollen hierzulande ein integriertes PR-Angebot etablieren, dass es in dieser Form noch nicht gibt. Unterstützt werden sie dabei von einem langjährigen PR-Profi: Uta Behnke.

Die erfahrene Managerin kommt von Edelman, wo sie 16 Jahre lang tätig war und zuletzt als Managing Director den Hamburger Standort führte. Bei Golin Deutschland – so der offizielle Name des Joint Ventures – soll sie ein integriertes Angebot etablieren, bei dem PR und Werbung gleichberechtigt nebeneinander stehen. Sie wird an Benedikt Holtappels, CEO von GGH Mullen Lowe, und Matt Neale, EMEA-Chef von Golin, berichten.

Das Trio ist überzeugt davon, dass es sich dabei um ein für Deutschland bislang einzigartiges Modell handelt. Es sei eine Reaktion darauf, dass viele traditionelle, isoliert entstehende PR- und Werbelösungen in der immer komplexer werdenden Kommunikationswelt nicht mehr funktionieren. Earned Media funktioniere nur noch eingeschränkt, so Behnke. "Die Kampagnen mit der größten Effektivität integrieren vielmehr Paid Media, um Reichweite und Skalierbarkeit sicherzustellen." Holtappels ergänzt, dass er PR als gleichberechtigten Part bei der Markenberatung betrachtet und sehr glücklich darüber ist, mit "Golin ein auf den deutschen Markt zugeschnittenes Modell anbieten zu können".

Neben einem Büro in Hamburg soll es bereits ab diesem Sommer ein weiteres Office in München geben – zwei Kunden dafür konnten bereits akquiriert werden. In Hamburg gebe es ebenfalls schon einen Auftraggeber. Um wen es sich dabei handelt, will Behnke allerdings noch nicht verraten. Holtappels wiederum kann es kaum erwarten, mit den bestehenden Kunden über die Geschäftserweiterung zu sprechen: "Golin ist ein unfassbar fortschrittliches PR-Netzwerk. Wir können dadurch nur besser werden."

Im aktuellen Pitch um den Eon-Etat könnte es durchaus von Vorteil sein, dass GGH Mullen Lowe ab sofort breiter aufgestellt ist. Über Golin kann das Team jetzt unter anderem auf das globale Co-Creation-Portal The Bright Collective zugreifen, in dem Kreative aus unterschiedlichen Industrien, Berufen und Ländern kooperieren. Außerdem ist die auf kreativen Content spezialisierte Agentur Brooklyn Brothers seit kurzem Teil des Netzwerks. Im Bereich Echtzeitmarketing arbeitet die PR-Agentur wiederum mit dem Newsroom The Bridge zusammen.

Für Golin, die bis zu ihrem globalen Rebranding 2014 unter dem Namen Golin Harris firmierte, ist es nicht der erste Versuch, in Deutschland Fuß zu fassen: 2012 übernahm die IPG-Tochter die Hamburger Agentur Nicole Weber Communications, die ihren Namen allerdings beibehalten hatte. Die Zusammenarbeit verlief offenbar nicht so wie erhofft: Agenturchefin Weber hat ihre Anteile nach drei Jahren wieder zurückgekauft, um sie anschließend mehrheitlich an die WPP-Tochter Commarco zu veräußern. Zudem gab es eine auf Finanzkommunikation spezialisierte Niederlassung von Golin Harris in Frankfurt, die ebenfalls seit rund einem Jahr nicht mehr existiert.

Mit Golin Deutschland verknüpft Europachef Neale ehrgeizige Pläne: Bis zu 50 Mitarbeiter könne er sich durchaus vorstellen. Jetzt geht es aber erst einmal darum, die Teams in Hamburg und München aufzubauen. Dabei sucht Behnke keine traditionellen PR-Generalisten, sondern kreative und strategische Spezialisten für unterschiedliche Kommunikationsbereiche. Diese heterogene Arbeitsweise bezeichnet Golin als G4-Modell. Die Mitarbeiter sind aufgeteilt in Explorers, Creators, Connectors und Catalysts. Die Explorer entwickeln Insights und Strategien, Creators sind für die Ideenfindung zuständig, Connectors bauen Beziehungen zu Stakeholdern und unterschiedlichen Zielgruppen auf und die Catalysts sind für die Kundenbeziehungen verantwortlich. In Deutschland soll dieses Modell von Anfang an etabliert werden.

International ist das 1956 gegründete PR-Netzwerk mit 1400 Mitarbeitern an 50 Standorten vertreten. Der Gründungskunde aus den 50er ist bis heute an Bord: McDonald's. bu

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