Neue Heimat für Klappe und BoB? Kommunikationsverband will sich dem DMV anschließen

Donnerstag, 30. März 2017
DMV-Präsident Ralf Strauß will mit seinem Verband die Klappe und den BoB übernehmen
DMV-Präsident Ralf Strauß will mit seinem Verband die Klappe und den BoB übernehmen
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Kommunikationsverband Katharina Stinnes


Für den krisengeplagten Kommunikationsverband könnte sich eine Lösung abzeichnen. Wie aus einem internen Schreiben hervorgeht, das HORIZONT vorliegt, plant die Interessenvertretung den Verkauf ihrer in der Firma BDW Service- und Verlagsgesellschaft Kommunikation gebündelten Awards "Die Klappe" und "BoB" an den Deutschen Marketing Verband (DMV).
Gleichzeitig sollen die zwischen 400 und 500 verbliebenen Mitglieder des Kommunikationsverbands die Möglichkeit erhalten, in den DMV zu wechseln. Ob es tatsächlich zu dieser Lösung kommt, entscheiden die beiden Verbände bei ihren jeweiligen Mitgliederversammlungen, die im Mai stattfinden. Welche Summe für den Verkauf der Awards fließen soll, ist nicht bekannt. Der Betrag dürfte aber ausreichen, um die Verbindlichkeiten des Kommunikationsverbands zu begleichen.
Die Lobby war zuletzt in einer schwierigen Situation. Das eigene Präsidium hatte im Sommer vorigen Jahres die Existenzfrage gestellt und als eine Option in den Raum gestellt, den gesamten Verband abzuwickeln. Das jetzt vorgeschlagene Modell sieht vor, dass die Awards und der Bereich Bewegtbild unter Leitung der bisherigen BDW-Geschäftsführerin Katharina Stinnes beim DMV ausgebaut werden. Gespräche über den Verkauf der Wettbewerbe haben offenbar auch mit anderen Interessenten stattgefunden. Der DMV war aber offenbar der einzige Bieter, der auch eine Lösung für die Aufnahme der Mitglieder anbieten konnte.

2014 hatte der Kommunikationsverband schon einmal nach einem Ausweg aus seiner schwierigen Situation gesucht. Damals setzte man auf eine Fusion mit den Commclubs Bayern. Diese wurde von den Mitgliederversammlungen auch beschlossen, nach noch nicht einmal zwei Wochen aber wieder aufgehoben. Die Commclubs hatten ihren Beitritt wiederrufen und wollten sich nicht dem Kommunikationsverband anschließen. Man konnte sich seinerzeit offenbar nicht auf die konkrete Ausgestaltung des Zusammengehens einigen. Auch sollen finanzielle Fragen im Weg gestanden haben. mam
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