Native Advertising GroupM schluckt Online-Werbenetzwerk Plista

Dienstag, 07. Januar 2014
Group M will mit Plista expandieren
Group M will mit Plista expandieren

"Das könnte Sie auch interessieren". Mit diesem Spruch, der unter redaktionellen Beiträgen auf verwandte Themen und Werbeanzeigen hinweist, hat Plista den deutschen Online-Werbemarkt ordentlich durcheinandergewirbelt. Mehrere 1000 Webseiten, darunter renommierte Titel wie Spiegel Online, Bunte.de, Welt.de und Focus Online, versuchen mithilfe von Plista Traffic und Werbeumsätze zu steigern. Mit der Group M bekommt das Berliner Unternehmen jetzt einen neuen Eigentümer. Group M führt als Dachgesellschaft von Agenturen wie Mindshare, Mediacom, MEC und Maxus das RECMA-Ranking der größten deutschen Mediaagenturen an. Wieviel das Tochterunternehmen der von Martin Sorrell geführten britischen Werbeholding WPP für Plista in die Hand nimmt, ist nicht bekannt. "Kein Kommentar", sagt eine Plista-Sprecherin gegenüber HORIZONT.NET. WPP war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ein Schnäppchen dürfte das 2008 in Berlin gegründete und inzwischen 100 Mitarbeiter starke Unternehmen aber nicht gewesen sein, denn Plista hat zuletzt ein rasantes Wachstum hingelegt - und wirft nicht zuletzt ordentliche Gewinne ab. Von den 3,9 Millionen Euro, die Plista 2012 nach Abzug der Traffic Acquisition Costs - also nach Medialeistung und Publisher-Share - umgesetzt hat, blieben brutto satte 2,9 Millionen Euro in der Kasse. Im Jahr 2013 hat Pista seinen Umsatz wie in den zwei Jahren zuvor um rund 100 Prozent gesteigert, sagt eine Sprecherin des Werbenetzwerks, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Auch der Gewinn habe wieder kräftig zugelegt.

So funktioniert Plista

Dazu beigetragen haben auch namhafte Werbekunden wie Volkswagen, Sony, Coca-Cola und RWE, die ihre Online-Anzeigen über Plista auf den Webportalen ausspielen lassen. Plista lockt die Big Spender vor allem mit dem Versprechen, die Streuverluste gering zu halten. Dafür soll ein eigener Algorithmus sorgen. Der analysiert das Verhalten der Leser und soll garantieren, dass unter den Artikeln nur solche Themen und Anzeigen anzeigt werden, die den Leser auch tatsächlich interessieren.

Plista-Chef Dominik Matyka (Foto: Plista)
Plista-Chef Dominik Matyka (Foto: Plista)
Group M sieht nach eigenen Angaben in dem Geschäftsmodell "großes Potenzial". Plista soll unter dem WPP-Dach neben Xaxis und Quisma zu einem weltweiten Digital-Player reifen. Wie ein WPP-Sprecher gegenüber HORIZONT.NET erläutert, wird Plista weiter eigenständig agieren. Das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz werde nicht tangiert, so der Sprecher.

Die Expansion von Plista in weitere Märkte soll WPP dabei helfen, seine ehrgeizigen Ziele im Digitalgeschäft zu erreichen. Die Holding hat bereits 2012 gut 5 Milliarden US-Dollar oder 33 Prozent vom Gesamtumsatz online erzielt. In den kommenden fünf Jahren soll der Anteil des Digitalgeschäfts am Gesamtumsatz auf mindestens 40 bis 45 Prozent klettern.

Angesichts der Expansionspläne kann auch Plista dem Deal einiges abgewinnen. "Diese Vereinbarung wird uns nicht nur dabei helfen, unsere eigenen Wachstumsziele zu erreichen. Noch viel wichtiger ist, dass wir substanziell zum Marketing-Erfolg unserer Kunden und derer der Group M werden beitragen können", sagt Plista-Chef Dominik Matyka. mas
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