Zug-Verspätungen Filmstudenten geben der Deutschen Bahn Nachhilfe in Sachen Werbung

Freitag, 20. März 2015
Spotszene: Jetzt aber schnell, die Bahn fährt gleich los
Spotszene: Jetzt aber schnell, die Bahn fährt gleich los
Foto: Screenshot Youtube / Stephan Hilpert

Die Deutsche Bahn plant gerade die größte Kundenoffensive ihrer Unternehmensgeschichte, will unter anderem das Fernverkehrsangebot um 25 Prozent ausbauen. Noch besser wäre eine Offensive für Pünktlichkeit, meinen Studenten der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. Mit ihrem Spot unter dem Titel "Last Minute" nehmen sie das Thema aufs Korn und schlagen der Bahn eine selbstironischere Haltung vor.
Das Video ist "unser Vorschlag an die Deutsche Bahn für humorvollere Werbung und einen selbstkritischeren Umgang mit dem Thema Pünktlichkeit", erklärt Regisseur Stephan Hilpert. Die Studenten spielen hierbei auf das Unpünktlichkeits-Image des Unternehmens an. In dem von Neue Super in München produzierten 45-Sekünder ist es jedoch diesmal nicht die Bahn, die sich verspätet, sondern die Fahrgäste. "Wir zeigen Menschen, die ihr Äußerstes geben, um den Zug noch zu erreichen, und es am Ende ganz knapp trotzdem nicht schaffen", so Hilpert gegenüber HORIZONT Online. "Man kann einfach nicht immer pünktlich sein. Am Ende unseres Spots machen wir klar, dass es um den Verspätungsalarm der Bahn geht. Auch die Bahn kann eben nicht immer pünktlich sein, auch bei der Bahn kann es unvorhergesehene Zwischenfälle geben, und auch hinter der Bahn stecken nur Menschen, die ihr Bestes geben. Auf diese Doppeldeutigkeit haben wir mit unserem Spot gezielt", so Hilpert.

Verantwortlich für des Spot zeichnen neben Hilpert, der gerade seinen Abschlussfilm dreht, auch Kameramann Thomas Beckmann sowie die Produzenten Simon Amberger, Korbinian Dufter und Rafael Parente. Die Produktionsleitung übernahm Paul Prenissl. Von Seiten der HFF betreute Professor Christian Köster das Projekt. Die Deutsche Bahn hat auf den Spot übrigens noch nicht reagiert, so Hilpert. jm
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